— Meine Herren, Sie lachen. Aber die Angelegenheit hatihre sehr ernste Seite. Ich habe eine ganze Anzahl vonBriefen von Leuten bekommen, die fragen: wie sollen wirkünftig Kriegsauleihen zeichnen, wenn wir nicht wissen, obwir nicht nach Ablauf des Krieges einer schweren undvielleicht koufiskatorischen Steuer unterliegen? Wir dürfennicht in die Lage kommen, eventuell mit großem Kurs-verlust für die Steuerzahlung Papiere verkaufen zu müssen,die wir heute anschaffen. — Aus diesen Erwägungen herausmüssen wir darauf bedacht seiu, daß eine Steuer, wie wirsie in Aussicht genommen haben, auch in Kriegsanleihengezahlt werden taun.
(Zuruf: Znm Nennwert?)
— Selbstverständlich zum Nennwert!
Wenu wir demnach, solange wir hoffen können, daßunser ordentliches Budget balanciert, ohne daß wir neueEinkommenanellen erschließen müssen, auf neue Steuernverzichten, so stehen wir damit nicht allein in der Weltnnd unter den Kriegführenden da. Sogar England , dassich in dem ersten Mouat des.Krieges stolz zn der guten,alten Tradition bekannte, daß Kriege zn einem erheblichenTeile durch Steuern finanziert werden müßten, hat sichunter dem Zwange der Tatsachen zu einer anderen Ansichtbequemen müssen. - Noch im letzten Herbst lockte den da-maligen Schatzkanzler dasVorbild der napoleouischeu Kriege,bereu Kopien zu mehr als 40 Prozent durch Steuern und zuweniger als 60 Prozent durch Anleihen gedeckt worden sind;aber es ist bei der damals, im Herbst, in England be-schlossenen Erhöhung der Einkommensteuer, der Biersteucrnnd Teesteuer geblieben, bei Steuercrhöhuugeu, derenErtrag nach jetzt vorliegenden englischen Schätzungen nuretwa !? Prozent des Geldbedarfs'des ersten Kriegsjahresausmacht. Ein zweiter Versuch, Steuererhöhuugeu durch-zusetzen, ist im Frühjahr dieses Jahres sang- und klangloswieder aufgegeben worden. Und wenu neuerdings dieenglische Negieruug mit dem Gedanken spielt, im Wege