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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
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einem eingezahlten Betrag von etwa 13 Milliarden Mark,und mit der bevorstehenden Kriegsanleihe werden wir,wie ich zuversichtlich hoffe, auch hinsichtlich der gezeichnetenund damit für die weitere Kriegführung gesichertenSumme wieder allen anderen voranstehen. Unser Ver-bündeter Österreich-Ungarn hat dnrch langfristige Anleihenbisher nahezu 8 Milliarden Kronen aufgebracht, eiueLeistung, die angesichts des Standes der Wirtschaft unddes Volkswohlstands iu Osterreich-Uugarn die allergrößteAnerkennung verdient.

(Sehr gut!)

Wenn Ihnen das klar werden soll, brauche ich Ihnennur als Gegenstück Frankreich zu ueuueu. Frankreich bleibt hinter den Ziffern, die ich bisher genannt habe,weit zurück. Der Neinertrag seiner langfristigen Anleihe,derOdliAations clk 1a dsköNZis natlonlUk", wie sie stolzgenannt wird, erreicht bis heute kaum 2 Milliarden Francs.

(Hört! hört!)

Das ist etwa der vierte Teil dessen, was Österreich-Ungarnauf dem Gebiet der langfristigen Anleihen geleistet hat.Den ganzen großen Nest seiner Kriegsausgaben hatFrankreich bisher nur im Wege des kurzfristigen Kreditsbeschaffen können. Es hat rund 8 Milliarden Francs ankurzfristigen Schatzwechseln begeben, es hat 6'/, Milliardenbei der Bank von Frankreich entnommen und es hat sichvon England unter recht drückenden Bedingungen einenKredit von IV? Milliarden Francs bewilligen lassen.

Von Rußland, Italien und den kleinen Entente-genossen will ich nicht reden. Man soll auch gegen Feindenicht ohne Not grausam sein.

(Große Heiterkeit.)

Meine Herren, für die Bewertung der bisher erzieltenErfolge uud der weiteren Aussichten der finanziellen Kriegs-führung ist nicht nur die Höhe der aufgebrachten Summe«