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Rechnet man dazu die laufenden Ausgaben der Einzelstaa-ten und der Kommunen, die vor dem Kriege mehr als 3Milliarden Mark betragen haben und die sicherlich in Zukunft in-folge der Gehaltserhöhungen wie der Preissteigerung mehr alsdoppelt so hoch sein werden, so ergibt sich für Deutschland eineHöhe der jährlichen Gesamtausgaben für öffent-liche Zwecke von 24 bis 25 Milliarden Mark; und dasgegenüber öffentlichen Ausgaben vor dem 1 Kriege in Höhe von rund6 Milliarden Mark und gegenüber einem 1 Volkseinkommen vor demKriege in Höhe von rund 42 Milliarden Mark!
Wir werden also, lediglich für unsere innere Bedürfnisse, in Zu-kunft etwa viermal so viel an Steuern, Abgaben usw. für dieZwecke des Reichs, der Einzelstaaten und der Kommunen aufzubrin-gen haben als in der glücklichen Zeit vor dem Krieg. Währendwir damals etwa ein Siebentel des Volkseinkommens für die öffent-lichen Bedürfnisse Aufwenden mußten, werden wir künftig mehrals die Hälfte des Vorkriegs-Einkommens für die öffentlichen Zweckehergeben müssen; welchen Bruchteil des Volkseinkommens, wiees sich unter der Wirkung von Krieg und Revolution künftig ge-staltet, das wissen die Götter!
Und über all dem noch die Aussicht, Jahrzehntelang Milliarden-beträge unter dem Titel der „Wiedergutmachung',' an unsereFeinde entrichten zu müssen! Milliardenbeträge nicht in un-serem entwerteten Geld, sondern zu dem alten Goldwert unsererMark, der heute im Ausland etwa dreimal so hoch steht als derWert unserer Papiermark und der, wenn die Schleuderwirtschäft derRevolutionsregierung und- in deren Gefolge die geradezu bolsche-wistisch anmutende Steigerung unseres Papiergeldumlaufs fortdauert,auf das Zehnfache und höher steigen kann! Stellte sich doch EndeJuni dieses Jahres die Ausgabe von R eic h sb an k n oten auf30 Milliarden Mark gegem 12y 2 Milliarden Mark einJahr zuvor! Das ist eine Neuausgabe von rund \% Milliarden imMonat und von rund 50 Millionen Mark an einem Tage!