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VON DER WAHL DER EHEFRAU
daß dies geboten worden, damit die jungfräuliche Scham nicht hart-näckiger, als Recht ist, sich gegen die erlaubte Umarmung sträube. Unddamit nichts von Trauer in diese froheste Feier käme, ist es Brauch,Nüsse auszustreuen, daß vor knabenhaftem Lärm und dem Eifer desAuf lesens die zahlreich versammelte Menge keinen Schrei vernehme, dendie Neuvermählte etwa ausstößt, sei es des Schmerzes oder der Ehrehalber 122 .
Nicht mehr zu sagen, dient mir vieles zur Warnung. Einmal, daß ich,wenn ich dies alles zu breit berichte, deine Ohren beleidige. Diese darf,nachdem du auf die göttlichen Lehren der Menschheit Geist, Sorgfaltund Mühe gewandt hast, nur reines Wort, sowie ernste und feine Redeerfüllen. Sodann ist, glaube ich wohl, genug gesagt, um die Unsernmenschenfreundlich zu ermahnen, sie sollen die Vorfahren, deren Tugen-den im Schrifttum verherrlicht sind, heben, bewundern und ihnen, wiein allen anderen Dingen, so namendich in diesem nacheifern, soweit esdie Heiligkeit unseres Glaubens zuläßt. Auf daß sie uns dies leichter zu-gestehen, habe ich nicht alles ausgeschüttet, sondern, damit zum Reizenoch Abwechselung hinzutrete, aus sehr vielem dies wenige zu unsererSache beigesteuert. So höre ich also nicht auf, sie zu mahnen, jenen Altengrößte Dankbarkeit zu zollen, durch deren Wachen und Schreiben,wenn sie es nicht an sich fehlen lassen, sie sich bessern und eine schönerunterwiesene Gattin, sowie eine ehrenvollere Ehe gewinnen werden.Davon genug, kommen wir zu Größerem.