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ANHANG
gleich wunder hatte, das dannoch dieser Franciscus so vil guots von derEhe gehalten und geschrieben hat. Auf jeder Seite dieser «Übersetzung»stoßen wir auf ein breites und unflätiges Schimpfen wider die Hurerei,ein Wort, das Barbaro, wie man sich überzeugen kann, höchst sparsamverwendet. Am besten gelingt diesem groben Deutschen aus der Refor-mationszeit noch die Nacherzählung der vielen Anekdoten und Ge-schichtchen, wobei ein derber und treuherziger Ton durchbricht. Miteiner solchen Geschichte sei dies Nachwort abgeschlossen (vgl. S. 17):Daher hat sichs auf eyn zeit begeben, das eyn treflicher Herr Callicla ge-nennet / welcher on Ehe nye keyne kinder gezeuget hatte / un nun eynwolbetagter man war / als derselb in das Theatrum das ist ins Spillhausoder uff den Spillplatz käme da viel weiser leute auch bei pflegten zusein / da war eyn junger Eheman / der erzeyget gedachtem alten Herrnkeyne ehr / das er jm gewichen hette / unnd sprach / lieber Callicla / duhast keynen Son gezeügt der mir hernach auch weichen künde / das istsoviel gesagt:
Du hast die statt nit hellfen mehrnDarumb soll man dich auch nicht ehrn.