lichen Deutschland für seine gesamte Armeeund seine gesamte Marine. (Hört! hört! rechts. - Zurufvon der Deutschen Volkspartei .) - Ja, die Franzosen sind so stolz,daß sie nach 1870 in drei bis vier Iahren die Kriegsentschädigungabbezahlt haben. Wir haben allein für diese ver-fluchten Besatzungskoften in den letzten Iahrenweit mehr bezahlt, als die ganze französischeKriegsentschädigung betragen hat. (Hört! hört!)
Der Herr Außenminister hat am 28. Februar hier ausgeführt,daß die Besatzungskosten im wesentlichen an die K o m m u n e n desbesetzten Gebietes gezahlt werden. Das kann sich natürlich nur aufdie „inneren Besatzungskosten" bezogen haben. Aber auch für dieinneren Besatzungskoften stimmt das nicht. Vonden 4 l 8 Mil -lionenGoldmark,dieimJahrel92ZfürinnereBesatzungskoften bezahlt wurden, kamen nachder Antwort des Finanz Ministers an uns nur94 Millionen, also nicht einmal ein Viertel,auf die „Erstattung von Requisitionen undsonstigen Entschädigungen für den Unterhaltder Besatzungstruppen an die Kommunen undan die Bevölkerung". (Hört! hört! rechts.) - Danebenaber stehen die geradezu unsinnigen Summen fürKasernenbauten, für Herstellung von Exerzier-und Flugplätzen, für das entgegen den Be-stimmungen des Rheinlandabkommens von derRheinlandkommission eingerichtete und immerweiter ausgedehnte Delegiertensystem, fürdiese ganze Zivilverwaltung, die gegen jedesVertragsrecht in dem besetzten Gebiet von denOkkupationstruppen eingerichtet worden ist,und schließlich noch für die Markzulagen an dieBesatzungtruppen. Was soll man dazu sagen und wassagt die Welt dazu, wenn neuerdings allein im Ruhrgebiet für neueKasernenbauten und Offizierswohnungen mehr als 25 MillionenGoldmark verlangt werden? Was soll man dazu sagen, wenn imDezember 192? die Markzulagen allein für die 200 Offiziere derInteralliierten Militärkontrollkommission doppelt soviel betragenbaben wie die Gehälter der Z8OO Offiziere der gesamtendeutschen Reichswehr ? (Lebhafte Rufe: Hört! hört!) - Und was
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