ins Wasser gewesen wäre. (Reicheminister des Aus-wärtigen Dr. Stresemann: Sie kennen doch die Ant-wort Englands , wo gesagt wird, es sei töricht gewesen, den passivenWiderstand über seinen Höhepunkt zu verlängern. Jetzt stellen Siees so dar, als wenn England uns gesagt hätte, weil wir den passivenWiderstand aufgegeben haben, hätte es uns nicht helfen können.) -Ich glaube, zunächst hat noch der Abgeordnete Helfferich das Wort,und da ich das Wort habe, möchte ich sagen, daß der Außen-minister doch wohl die Note kennt, in der LordCurzon Frankreich erklärt, daß keine Grund-lage dafür gegeben sei, von Deutschland die be-dingungslose Aufgabe des passiven Wider-stande s zu verlangen.
Aber selbst wenn man sich auf die Grundlage der Politik desKabinetts Stresemann stellt — was meine Freunde entschieden ab-lehnen —, bleiben die schwersten Bedenken und Aus-stellung engegen die praktische Methode dieserPolitik.
Ich könnte mir denken, daß der Versuch einer direkten Ver-ständigung mit Frankreich hätte unternommen werden können, ohnedaß deshalb in der Weise, wie es geschehen zu sein scheint, alleSauf diese Karte gesetzt werden mußte. Ich könnte mir denken,daß der Versuch einer Verständigung mit Frankreich gemacht wurde,ohne daß man deshalb auf jeden Druck verzichtete, den man hätteausüben können.
Ich habe selbst vom Standpunkt der Stresemannschen Politiknie verstanden, warum man, wenn man schon die bedingungslose Auf-gabe des passiven Widerstandes für nötig hielt, die Verfolgungder mit der englischen Note vom 11. August aufein neues, für uns hoffnungsvolles Gleis ge-brachten Rechtsfrage völlig unterlassen hat. England erklärte damals die Ruhrbesetzung kategorisch für vertragswidrig.England verwies für die Austragung der Rechtsfrage, ob die Inter-pretation des berüchtigten Sanktionsparagraphendes Versailler Diktats durch Herrn Poincare zutreffendsei, auf die Vertragsbestimmung, nach der die Befugnis der Inter-pretation der Reparationsklauseln, zu denen der Sanktionsparagraph,der 8 18, gehört, der Reparationskommission zusteht,die aber in I n t e r p r e t a t i o n s f r a g e n nur mit
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