Druckschrift 
Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

unmöglich gemacht; darüber hinaus ist unsere Handels-politik, so lange es unseren Feinden beliebt, durch die unseinseitig auferlegte Meistbegünstigung, die uns nicht einmaleinen zollpolitischen Zusammenschluß mit Deutsch-Öster-reich gestattet, so schwer behindert, daß von einer aus-wärtigen Wirtschaftspolitik für das künftige Deutschland keine Rede wird sein können. Welche Möglichkeit bleibtuns, mit irgendeinem Staate Handelsverträge und sonstigeAbmachungen abzuschließen, wie wir sie für den Wieder-aufbau unserer Wirtschaft brauchen, wenn jedes Zugeständ-nis, das wir machen können, ohne weiteres der ganzenWelt unserer Feinde zugute kommt? Welche Möglichkeitbleibt uns, fremde Unbill und schlechte Behandlung abzu-wehren, wenn uns das Recht verschränkt ist, unsere Feindedurch Zuschlagszölle und ähnliche Maßnahmen zu treffen?Wir haben den Freunden nichts mehr zu bieten und sindden Feinden ein wehrloser Spielball ihrer Willkür. Ge-knebelt an Händen und Füßen, sind wir feindlicher Aus-beutung ausgeliefert.

DieWiedergutmachung" als Mittelzu Deutschlands Erdrosselung.

Aber die Ausbeutung durch Mittel der Handelspolitikgenügt unseren Feinden noch nicht. Sie wollen in denFriedensbedingungen das deutsche Volk mit allem, was esist und hat, mit seinem staatlichen Besitz, seinem privatenEigentum und seiner Arbeitskraft, sich in der rücksichts-losesten Weise aneignen und dienstbar machen wie eineeroberte Sache.

Den moralischen Titel für die Ausraubung Deutsch-lands und die Versklavung des deutschen Volkes soll unsereSchuld am Weltkrieg bilden. Dem furchtbaren Kapitel derW i e d e r g u t m a c h u n g e n" ist ein Artikel voran-gestellt, der folgendermaßen lautet:

Die alliierten und assoziierten Regierungen erklärenund Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine