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verschiedenen anderen Forderungen unserer Feinde hinzu-kommen, die Kraft Deutschlands bei weitem übersteigtDer Privatmann, der in Konkurs gerät, befreit sich durchden Konkurs von den Verbindlichkeiten, die sein Vermögenübersteigen, und kann ein neues Leben beginnen. Dem deut-schen Volke soll nicht einmal diese Rechtswohltat gewährtwerden. Sobald sich die Ansätze neuer Vermögensbildungzeigen, dürfen unsere Feinde von neuem zugreifen. AufJahrzehnte, vielleicht auf ein Jahrhundert hinaus, wirddamit dem deutschen Volke die Möglichkeit genommen, fürsich selbst zu arbeiten und für sich selbst zu sparen. Dasdeutsche Volk wird damit zum Sklaven undArbeitstier für seine Feinde gemacht, zumSklaven und Arbeitstier, dem man von dem Ertrag seinerArbeit höchstens das zubilligt, was es zur Erhaltung seinesLebens braucht, soweit unsere Feinde daran überhaupt einInteresse nehmen.
Die erste Hypothek auf Deutschland .
Für ihre wahnwitzigen Forderungen wollen sichunsere Feinde die erste Hypothek auf Deutschland sichern.Die Friedensbedingungen schreiben vor:
„Der gesamte Besitz und alle Einnahmequellen desDeutschen Reiches und der deutschen Einzelstaaten haftenan erster Stelle für die Bezahlung der Kosten der Wieder-gutmachung und alle anderen Lasten, die sich aus demgegenwärtigen Vertrag oder aus jeglichen ihn ergänzendenVerträgen und Abmachungen oder aus den zwischenDeutschland und den alliierten und assoziierten Mächtenwährend des Waffenstillstandes und seiner Verlängerunggeschlossenen Abkommen ergeben."
Auf unseren Goldvorrat, der heute noch etwa 1,7 Mil-liarden Mark beträgt, wird sofort Beschlag gelegt durchdie weitere Bestimmung, daß die deutsche Regierung biszum 1. Mai 1921 weder Gold ausführen noch über Goldverfügen, noch Ausfuhr- oder Verfügungsermächtigungenüber Gold erteilen darf, wenn hierzu nicht im vorhineindie Genehmigung seitens der durch die Kommission für