Druckschrift 
Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
Entstehung
Seite
1066
Einzelbild herunterladen
 

1066

Die finanzielle Seite des russisch -japanischen Krieges.

In welchem Maße sich die japanische Industrie in ihrer Gesamtheit die tech-nischen Hilfsmittel der europäischen Industrie aneignet, zeigt die Zunahme der Anzahlder Betriebe mit motorischer Kraft von 1967 im Jahre 1896 auf 3381 im Jahre1902, während gleichzeitig die Betriebe ohne motorische Kraft von 4403 auf 3790zurückgegangen sind.

Vor allem aber sind verblüffend die Fortschritte, welche die kapitalistischeOrganisation der westlichen Länder während des letzten Jahrzehnts in Japan gemachthat. Die Gesamtzahl der Erwerbsgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesell-schaften und Genossenschaften) betrug im Jahre 1894 2844 mit einem nominellenGrundkapital von 245 Millionen Yen; bis zum Jahre 1901 ist die Zahl der Gesell-schaften auf 8594 mit einem Nominalkapital von 1201 Millionen Jen, von dem829 Millionen eingezahlt waren, gestiegen. Die Hauptzunahme fällt auf die Jahreunmittelbar nach dem chinesischen Krieg; im Jahre 1896 ist das Kapital der sämt-lichen bis dahin vorhandenen Gesellschaften durch Neugründungen und Kapitalerhöhungenmehr als verdoppelt worden. Es fällt schwer, nicht an die Gründungsperiode inDeutschland nach dem französischen Kriege zu denken. Wie hier, so ist auch in Japan der Rückschlag den Übertreibungen der Gründerzeit auf dem Fuß gefolgt. Zahlreicheneugegründete Gesellschaften brachen in kürzester Frist wieder zusammen und die übrigenhatten zum großen Teil schwer um ihre Existenz zu kämpfen. Die oben mitgeteiltenProduktionsziffern zeigen jedoch, daß die Krisis die gewaltige Expansion der japanischenVolkswirtschaft nicht hat zurückhalten können.

Wie die gewerbliche Produktion, so haben auch der innere Verkehr, die Schiff-fahrt und der Handel Japans sich sehr erheblich ausgedehnt. Die Streckenlänge der Eisen-bahnen ist von 2333 km im Jahre 1890 auf 6817 km im Jahre 1902 gebracht worden;die Zahl der beförderten Reisenden ist in derselben Zeit von 22,8 auf 111,2 Millionen,die Menge der beförderten Güter von 1760 000 auf 14 410 000 Tonnen gestiegen.Die ganz besonders beachtenswerte Vergrößerung und Europäisierung der japanischenHandelsmarine wird durch folgende Zahlen illustriert:

Dampfschiffe Segelschiffe europ. Bauart DschunkenAnzahl Tonnengehalt Anzahl Tonnengehalt Anzahl Tonncngehalt

1836 ... 460 100112 688 60328 16757 2786818

1895 ... 827 341369 702 44794 17360 2960887

1901 . . . 1395 583 532 4020 336 436 19 758 2 921565

Die japanische Regierung hat durch die Gewährung von Schiffsbau- undSchifffahrtsprämien insbesondere die Vermehrung der großen Ozeandampfer begünstigt,die im Kriegsfalle als Hilfskreuzer und Transportschiffe Verwendung finden können.

Zum Schluß noch einige Angaben über den auswärtigen Handel.

Stellt man hier die Zahlen der Jahre 1882 und 1902 gegenüber, so erhältman für die Einfuhr eine Zunahme von 29 auf 319 Millionen Jen, für die Ausfuhreine Zunahme von 38 auf 291 Millionen?)en. Die Steigerung ist, wie die folgendeZahlenreihe zeigt, besonders stark vom Jahre 1894 an.