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Diese neuen Schatzscheinc, deren Gesamtbetrag auf 30V Millionen Rubel —800 Millionen Franken festgesetzt wurde, lauten auf Beträge von 187,50 Rubel^ 500 Franken und 1875 Rubel ^ 5000 Franken.*) Die 5 Prozent pm- -lonura be-tragenden Zinsen sind halbjährlich zahlbar und laufen vom 1./14. Mai 1904 an.Die Schatzscheine sind am 1./14. Mai 1909 einzulösen; eine frühere Kündigungist ausgeschlossen. Zinsen und Kapital sind in Rußland in Rubel, in Frankreich inFranken zahlbar. Zins- und Kapitalzahlungen sind von jeder russischen Steuer befreit.Die Schatzscheine sind ferner mit einigen besonderen Vorrechten ausgestattet; sie sollenbei Lieferungen an die Krone und bei der Sicherstellung von Akzise- und Zollzahlungcnzu einem Kurs, der nicht geringer als 95 Prozent sein darf, als Kaution genommenwerden, und ihren Inhabern ist nicht nur auf die für das Jahr 1909 zum Zweck derRückzahlung der Schatzscheine aufzunehmende langfristige Anleihe, sondern auf allebis zum 1./14. Mai 1909 in Frankreich etwa zur Begebung gelangenden russischen Anleihen ein Borzugsanspruch eingeräumt worden.
Das Baukensyndikat unter der Führung der Laii^us <Zs ?aris et äes ?a^s-Las, des (ürMit liVonnÄis und des Bankhauses HottivAusi- <k (üc>. hat von denSchcitzscheinen 400 Millionen Franken fest übernommen und für die übrigen400 Millionen Franken sich die Option vorbehalten, ein Recht, von dem es inzwischenGebrauch gemacht hat. Der Preis, zu dem die Schatzscheine dem Publikum angebotenwerden sollten, wurde auf 99 Prozent festgesetzt; den am Syndikat beteiligten Bankenwurde die Anleihe mit 97^2 Prozent angerechnet, doch übernahm die russische Re-gierung gleichzeitig die Vergütung der Emissionsspesen mit 2 Prozent, so daß sich derReinerlös für die russische Regierung nur auf 95 ^ Prozent stellte. Für diese stelltsich mithin, in Anbetracht der nach fünf Jahren zu bewirkenden Rückzahlung zu Pari,die effektive Verzinsung dieser Papiere auf nahezu 6 Prozent.
Das französische Kapital hat den immerhin erheblichen Betrag von 800 MillionenFranken mit einer geradezu erstaunlichen Leichtigkeit absorbiert. Die an dem Syndikatbeteiligten Banken hatten nicht nötig, mit den Schatzscheinen an den offenen Marktheranzutreten, sie haben sie vielmehr unter der Hand bei ihrer Kundschaft unter-gebracht. Höchstens der achte Teil, also etwa 100 Millionen Franken, sollen fürausländische Rechnung aufgekauft worden sein. Ein vorübergehender Druck auf denKurs der russischen Werte hat sich allerdings nicht vermeiden lassen, namentlich dadie Begebung der Schatzscheine mit den Nachrichten über wesentliche Erfolge der ja-panischen Landarmee zusammenfiel.
Für Rußland bedeutet die neue Anleihe eine Vermehrung der Staatsschuldum etwa 4^/2 Prozent und eine Erhöhung des jährlichen Erfordernisses für den Dienstder Staatsschuld um 15 Millionen Rubel — etwa ^ Prozent der nach dem modi-fizierten Budget für 1904 vorgesehenen Ausgaben.
Durch die Anleihe sind die für den Krieg verfügbaren Mittel von 300 aufungefähr 600 Millionen Rubel gesteigert worden. Ein Teil des Erlöses der Anleiheist offenbar dem auswärtigen Goldguthaben der russischen Reichsbank zugeführt worden,