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Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
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Die finanzielle Seite des russisch -japanischen Krieges.

der Bank gehaltenen Guthaben; es hat sich im Gegenteil die Wechsel- und Lombard-anlage der Bank vom Jahresanfang bis zum I./I4. Juli um 82 Millionen, bis zum1./14. September um 83,6 Millionen Rubel vermindert, die täglich fälligen GuthabenPrivater dagegen um 17 bezw. 21,8 Millionen Rubel vermehrt. Diese Verschiebungenhätten an sich den Gesamtbestand der Bank an Gold und Goldforderungen gegenüberder Notenausgabe um eine nicht unbeträchtliche Summe steigern müssen; wenn trotzdemdie umgekehrte Bewegung eingetreten ist, so läßt sich das allerdings nur aus einerInanspruchnahme der Mittel der Bank durch den Staat erklären. In der Tat ist,wenn man das Konto der Reichsrentei bei der Hauptbank in Petersburg und dieKonten der lokalen Renteien bei den Filialen zusammenfaßt,*) im ersten Semester imEndresultat insgesamt eine Verminderung des Renteiguthabens um 129,9 MillionenRubel eingetreten. Am 16/29. Mai hatte die Abnahme sogar 174 Millionen Rubelbetragen, sie ist dann offenbar durch Einzahlungen aus dem Erträgnis der in Paris aufgenommenen Anleihe teilweise wieder ausgeglichen worden."")

Immerhin haben diese Veränderungen des Renteiguthabens bei der Bankbisher keinen Umfang angenommen, den man als einen außerordentlichen bezeichnen könnte;der Rückgang der öffentlichen Guthaben in der ersten Jahreshälfte gehört zu den üblichenErscheinungen, und vor allem ist bemerkenswert, daß im ganzen die öffentlichen Guthabenbei derBank, die unmittelbar vor dem Kriegsausbruch erheblich verstärkt worden waren,"*")sich im bisherigen Verlaufe des Krieges stets über dem vorjährigen Stande gehaltenhaben. Bei dem engen Zusammenhang zwischen dem freien Bestand und dem Bank-

Um ein genaues Bild von den Beziehungen zwischen der staatlichen Finanzverwallungund der Bank zu erhalten, muß außer dem Guthaben der Reichsrentei bei der Hanvtbnnk auch der Standder laufenden Rechnungen zwischen den Filialen der Bank und den lokalen Renteien berücksichtigtwerde»; überwiegen die Guthaben der lokalen Renteien bei den Bankfilialen ^Passivposten:tüompwlies succur^ales avee Iss trüsorsriss") die Guthaben der Banksilialeu bei den lokalen Renteieni Aktivposten:Oompts äss trösoreries avse lös siKZLilrsilles-), so ist der Saldo dem Guthabender Reichsrentei zuzuschlagen, im umgekehrten Fall ist der Saldo von dem Guthaben der Reichs-rentei abzusetzen.

**) Folgende Übersicht illustriert den Zusammenhang der Veränderungen in Goldbeständenund Notenumlauf der Reichsbant mit den Bewegungen des Guthabens der staatlichen Finanzverwaltuug^Reichsrentei und lokale Renteien):

Datum1904

M

i ll i o n e

n Rubel

Goldbestandin Nußland

Auslands-guthaben undAuslands-wechsel

Summe desGoldes undder Gold-sorderungen

Noten-umlauf

Überschußdes Goldes

über denNotenumlauf

Guthabender staatlichen

Finanz-verwaltung

1./14. Januar .

732,9

169,1

902,0

578,7

323.3

383.2

16./29. Mai. . .

812.6

39,9

852,5

656,0

196,5

209,3

8 /21. Juni . .

826,4

108,7

935.1

673,6

261,5

249,9

1./14. Juli. . .

838,8

100,0

938,8

689,3

249,5

253.3

1./14. September

854,5

105,4

959,9

749,4

210,5

271,9

Das Guthaben der Reichsrentei bei der Reichsbank betrug Ende 1902 nur 182.5 MillionenRubel; offenbar in Hinblick auf die Zuspitzung der Lage in Ostasien war es bis zum Ende desJahres 1903 auf 343,2 Millionen Rubel vermehrt worden.