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Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
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Die finanzielle Seite des russisch -japanischen Krieges.

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Maßnahmen Indemnität zu erteilen nnd die durch den Krieg notwendig gewordenenAusgaben für das neue Etatsjahr sowie die zur Deckung dieser Ausgaben erforder-lichen Einnahmen zu bewilligen. Die Kammer erledigte ihre Aufgabe innerhalb wenigerTage. Auf Grund ihrer Beschlüsse stellen sich die Kriegsfinanzen Japans folgender-maßen dar:

Zunächst wurde das Kriegsbudget von dem gewöhnlichen Budget getrennt gehalten.

Das gewöhnliche Jahresbudget für 1904/05, wie es bereits vor der Ein-berufung der Kammer festgesetzt war, trägt in seinen Ansätzen für Einnahmen undAusgaben der Kriegslage Rechnung, indem es wie die folgende Übersicht ergibtauf beiden Seiten gegenüber dem Vorjahre Verminderungen vorsieht.

Millionen ?)en.

Annahmen: ^ Differenz 1904/05

ordentliche Einnahmen: gegen 1903/04.

Steuern............ 143,9 158,5 14,6

Stempelabgaben......... 13,9 13,5 ->- 0,4

Einnahmen aus Staatsbetrieben . . . 52,5 52,7 0,2

Einnahmen ans Spezinlsonds und Diverses 7,3 7,1 -I- 0,2

zusammen . . . 217,6 231,8 14,2

d) außerordentliche Einnahmen..... 12,3 19.9 7,6

Gesamteinnahme . 229,9 251,7 21,8II. Ausgaben:

a) ordentliche........... 171,7 178,5 6,8

Ii) außerordentliche.......... 51,5 66,3 ^ 14,8

Gesamtausgaben .... 223,2 244,8 21,6

Überschuß der Einnahmen . 6,7 6,9 0.2

Der bei den Steuern veranschlagte Minderertrag ist in erster Linie verursachtdurch die mit dem Etatsjahr 1904/05 wieder in Kraft tretende niedrigere Grund-steuer, für die allein nahezu 10 Millionen Jen weniger eingestellt sind; ferner durcheine niedrigere Veranschlagung des Steuerertrags von Sake und Zucker, bei welchenArtikeln infolge des Krieges eine Einschränkung des Konsums erwartet wird. DieErsparnisse bei den Ausgaben sind insbesondere durch die Zurückstellnug von öffent-lichen Arbeiten bewirkt.

Das neben diesem gewöhnlichen Jahresbudget besonders aufgestellte Kriegs-budget wurde folgendermaßen normiert:

Zunächst wurden die bis Ende März 1904 auf Grund der Notverordnungvom 28. Dezember 1903 erfolgten Kriegsausgaben in Höhe von 156 Millionen Aen nach-träglich genehmigt, sodann wurden für die Kriegsausgaben des laufenden Etatsjahrs1904/05 380 Millionen Jen ausgeworfen, und schließlich wurden 40 Millionen ?>enfür unvorhergesehene und nicht abschätzbare Ausgaben unter dem etwas rätselhaftenTitelFür diplomatische und andere Angelegenheiten" bewilligt. Insgesamt wurdealso der Kriegsbedarf bis Ende März 1905 auf die Summe von 576 Millonen Denveranschlagt.

Von dieser Summe waren, wie oben erwähnt, Ende März 1904 bereits131 Millonen Uen im Wege des Kredits und 25 Millonen Den durch Entnahme aus