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anweisungen im Betrage von 100 Millionen Jen an den inländischen Markt heran-trat. Der Begebungsknrs wurde auf 95 festgesetzt. Auf diese Anleihe sollen nichtweniger als 450 Millionen Den gezeichnet worden sein. Es wird berichtet, der ersteZeichner sei der Mikado selbst für einen Betrag von 20 Millionen ?)en gewesen, nndan den Zeichnungen hätten sich selbst Diener und Arbeiter beteiligt.
Auf diese innere Anleihe ließ Japan im Mai eine auswärtige Anleihe folgen.Die Beschaffung von Mitteln im Ausland war in Japan aus ähnlichen Gründengeboten, wie sie Rußland um die gleiche Zeit zur Aufnahme einer Auslandsanleiheveranlaßt hatten. Zu der Rücksicht auf den inneren Markt kam die Tatsache, daß derKrieg dem japanischen Staate gewaltige Zahlungen an Europa und Amerika für dieLieferung von Schiffen und Kriegsmaterial auferlegte. Ein starker Abfluß von Goldaus Japan , von dem in anderem Zusammenhang noch zu reden sein wird, hatte sichschon vor Beginn des Krieges bedrohlich fühlbar gemacht, und die Aufnahme einerausländischen Anleihe erschien als das einzige Mittel, durch welches diesem GoldabflußEinhalt getan werden konnte. Verhandlungen, die mit englischen und amerikanischenBankhäusern eingeleitet wurden, führten zu der Emission einer Sterlinganleihe inl'prozentigen Schatzscheinen im Betrage von 10 Millionen Pfund Sterling —etwa 100 Millionen Jen. Die Hälfte der Anleihe wurde in London emittiert durchein Syndikat, dem die RonAlvovA a-rxl LukmAk.'n L^nkinA Lorpoi'Ätion, die ^okoliamakpsois Lank und l'ari-'s Lavk angehörten; die andere Hälfte wurde von einemamerikanischen Syndikat, bestehend aus dem Bankhaus Kühn, Loeb <k Co., der Nationalvit^ Rank nnd der Nar>k ot Oommeics, übernommen.
Die Schatzscheine sind spätestens am 5. April 1911 einzulösen, jedoch hat sichdie japanische Regierung das Recht vorbehalten, sie schon vom 5. April 1907 an nachvorausgegangener sechsmonatlicher Kündigung zurückzuzahlen. Die Stücke lauten auf100 und 200 Pfund Sterling und sind mit halbjährlichen, am 5. April und 5. Oktoberzahlbaren Zinsscheinen versehen.
Für den Dienst dieser Anleihe haften die japanischen Zolleinkünfte.
Der Begebungskurs wurde auf 93^/s Prozent festgesetzt;-) die japanische Re-gierung übernahm die Zahlung einer 2prozentigen Garantieprovision, so daß sich fürsie der Reinerlös aus der Anleihe auf 91^/s Prozent stellte. Unter Berücksichtigungder spätestens am 5. April 1911 erfolgenden Rückzahlung zu Pari stellt sich die effek-tive Verzinsung für die Zeichner auf etwa 7 Prozent; sollte die Rückzahlung zu Parischon im Jahre 1907 erfolgen, so würde sich die effektive Verzinsung auf nahezu 8 Pro-zent erhöhen.
In Anbetracht des Umstandes, daß die Anleihe auf englische Währung lautet,für die Übernehme? mithin ein Valutarisiko ausgeschlossen ist, daß ferner in den imVergleich zu den Zinsen recht erheblichen japanischen Zolleinkünften eine besondereSicherheit für die Anleihe bestellt ist, müssen diese Bedingungen als außerordentlichhart erscheinen. Noch wenige Monate vor dem Krieg hatte in London die einzigevorhandene Sterlinganleihe Japans , die 4prozentige Anleihe von 1899, etwa 85 notiert;
Nach einer Mitteilung des „Berliner Börsen-Courier" vom 13. Mai betrugen die Ein-zahlungen auf die japanische Anleihe nach einer Anzahlung von 5 Prozent: bei Zuteilung 15 Pro-zent, am 13. Juui und II. Juli je 25 Prozent, am 15. August die restlichen 23^ Prozent.