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Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
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Die finanzielle Seite des russisch -japanischen Krieges.

am 16. April. Von Anfang Mai trat eine starke Erhöhung ein, bis am 11. Junider höchste Stand mit 34,3 Millionen Jen erreicht wurde; am 13. August war der Standder öffentlichen Guthaben wieder bis auf 19 Millionen Jen herabgegangen. DasAnsteigen der Kurve vom Mai an steht jedenfalls in Beziehung zu der Londoner Anleihe.

Was das Darlehen der Bank an den Staat anlangt, so war dessen Ver-größerung in dem Dekret vom 28. Dezember, das im März durch das Parlamentbestätigt wurde, mit in Rechnung gezogen. Die 3l Millionen, die durchsonstige schwebendeSchulden" beschafft werden sollten, waren von Anfang an auf die Bank gemünzt. InWirklichkeit ist die Summe, die der Staat als Darlehen von der Bank entnommenhat, zeitweise beträchtlich größer gewesen. Der durchschnittliche Stand des Darlehns imJahre 1903 war 36,9 Millionen Am; der erste Bankausweis des Jahres 1904 gabdas Darlehen mit 46 Millionen Den an: die folgenden Wochen und Monate brachteneine nahezu ununterbrochene Steigerung bis auf 96 Millionen Jen am 4. Juni;dann ist im Zusammenhang mit der Sterling-Anleihe eine Reduktion des Darlehnsbis auf 81 Millionen am 2. Juli eingetreten, der neuerdings wieder eine Erhöhungbis auf 104 Millionen Den am 23. Juli gefolgt ist; der Ausweis vom 13. Augustbeziffert dagegen das Darlehen an den Staat wiederum nur auf 49 Millionen Jen.Gegenüber dem durchschnittlichen Stande des Jahres 1903 ist mithin der Vorschußder Bank an den Staat zeitweise um nahezu 70 Millionen Jen vergrößert worden,um einen Betrag, der fast zwei Drittel des durchschnittlichen Goldbestandes der Bankvon Japan im Jahre 1903 ausmacht.

Der Bestand der Bank an Effekten und ihre Lombardanlage bewegten sichnur innerhalb enger Grenzen; ihr Portefeuille von inländischen Wechseln hat allerdingsbeträchtliche Schwankungen durchgemacht, von 19,8 Millionen Den am 9. Januarherab auf 13,9 Millionen am 21. Mai und dann wieder auf 29,8 Millionen Denam 13. August; aber bei dem geringen Umfang der Wechselanlage konnten diese Ver-änderungen für den gesamten Bestand der Bank nicht allzuschwer ins Gewicht fallen.Infolgedessen mußte sich die Wirkung der Erhöhung des Darlehns an den Staathauptsächlich in dem Bestand an Metall und Auslandswechseln und dem Notenumlaufzeigen. Die Bewegungen des letzteren sind mit folgenden Zahlen gezeichnet: am9. Januar waren Noten im Betrage von 209,0 Millionen Den ausgegeben, dieEmission stieg langsam bis auf 228,6 Millionen am 13. Februar, ging dann bisMitte Mai auf 189,4 Millionen zurück, um dann allmählich bis auf 233,6 Millionenam 23. Juli zu steigen; am 13. August betrug die Notenausgabe 221,9 MillionenJen. In der Zeit der stärksten Erhöhung des dem Staate gewährten Darlehnsist mithin die Notenausgabe eher zurückgegangen als, gestiegen. Daraus folgt, daß diestarken Entnahmen von Geld durch den Staat hauptsächlich in effektivem Gold oderin Auslandswechseln erfolgt sein müssen. In der Tat hat der Goldbestand der Bankvon Japan zeitweise eine außerordentliche Schwächung erfahren. Der Metallbestandder Bank (Gold und Silber) ist von 119,9 Millionen Jen am 9. Januar nahezuununterbrochen bis auf 72,5 Millionen Am am 11. Juni gesunken, der Goldbestandallein ist von 115,7 Millionen Den in der ersten Januarwoche,") auf 64,1 Millionen

*) Der Goldbestand und Silberbestand wird in den Ausweisen der Bank von Japan ge-trennt nur für den Durchschnitt der AuSweiswoche angegeben, der Metallbestand für den Ausweistag.