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Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
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Die finanzielle Seite des russisch -japanischen Krieges.

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in der zweiten Juniwoche herabgegangen; gleichzeitig haben sich die im Portefeuilleder Bank befindlichen Auslandswechsel von 12,7 auf 6,2 Millionen vermindert.Die Gesamtabnahme von Gold und Auslandswechseln hat mithin auf den Bestandvon etwa 128 Millionen zu Beginn des Jahres bis Anfang Juni etwa58 Millionen oder etwa 45 Prozent betragen. Die Golddeckung der Noten, dieAnfang des Jahres etwa 54 Prozent betragen hatte, ist in der zweiten Juniwocheunter 33 ^/z Prozent herabgegangen. Die daraus für die Bank und für das japanischeGeldwesen entstehende Gefahr war um so größer, als die Regierung des Goldes in derHauptsache für Zahlungen an das Ausland benötigte. In der Tat sind allein in dendrei ersten Monaten dieses Jahres 43,8 Millionen Den Gold nach den VereinigtenStaaten verschifft worden, davon etwa 19 Millionen in dem einen Monat März.")In Anbetracht des rapiden Schwindens des Goldschatzes der Bank wurde schon imFebruar ein Aufruf erlassen, der die Besitzer von Goldgeld und Goldwaren aufforderte,diese nach der Bank zu bringen. Die Kaiserliche Familie selbst soll mit gutemBeispiel vorangegangen sein."") Wie jedoch die Ziffern der Bankausweise dartun, warder erzielte Erfolg nicht allzugroß. Eine eigentümliche Ironie des Schicksals ist,daß die Amerikaner, die in jener Zeit an Frankreich für die Ablösung des Panama-kanals große Zahlungen zu leisten hatten, das in San Franzisko ankommendejapanische Gold sofort nach Paris weiter dirigierten, wo es zum Teil zu Einzahlungenauf die im Mai aufgelegte russische Anleihe Verwendung fand.

Inzwischen ist durch die in London und New Jork aufgenommene Anleihe dieLage der Bank und des japanischen Geldwesens wieder gebessert worden. Japan istin der Lage, die im Ausland zu leistenden Zahlungen aus dem Guthaben, die es dortaus dem Erlös dieser Anleihe gebildet hat, zu bewirken und auch dem Handel Wechselauf das Ausland zur Verfügung zu stellen; zum Teil scheint auch eine Wiedereinfuhrvon Gold stattgefunden zu haben. Unter diesen Verhältnissen hat sich der Goldbestandder Bank in der Woche 7. bis 13. August wieder auf 106,6 Millionen Den, der Bestandan Auslandswechseln auf 8,6 Millionen Den gehoben. Der Notenumlauf ist bis auf224,6 Millionen Yen in der Woche 7. bis 13. August gestiegen, so daß die Gold,deckung des Notenumlaufs wieder etwas mehr als 50 Prozent beträgt.""")

*)Volkswirtschaftliche Chronik", 1904, Maiheft, S. 383.Siehe Rs.pd.-KeorAss I^sv? in dem zitierten Aufsatz.***) Folgende Zusammenstellung erleichtert die Übersicht über die wichtigsten Veränderungen:

Million«,

n Den

Datum

Gold-bestand

Auslands-wechsel

Gold-undAuslands-wechsel

Noten-umlauf

Überschuß desNotenumlaufsüber Gold-undAuslandswechsel

ÖffentlicheGuthabenbei derBank

Darlehender Bankan denStaat

Durchschnitt 1903

112,5

4,6

117,1

202,5

85,4

19,9

36,9

1904: 9. Januar

115,7

12,7

128,4

209,0

80,6

15,5

54,3

11. Juni .

64,1

6,2

70,3

201,8

131,5

34,3

104,9

23. August

106,6

3,6

115,2

221,9

106,7

19,0

49,0