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der Anlage im laufenden Jahre nicht sofort vom Januar an erfolgte, daß vielmehreine Steigerung der Anlage bis in den März hinein eintrat, ist wohl ausschließlichauf Rechnung des Krieges zu setzen. Auch die seit dem März erfolgte Einschränkung derAnlage bleibt in ihrem Umfang hinter den gleichartigen Bewegungen der Vorjahrezurück. Vom 1./14. Januar bis 1./14. September betrug die Abnahme der Anlage imJahre 1904 83,7 Millionen Rnbel, gegen 85 und 122 Millionen Rubel in den beiden Vor-jahren. Der Umfang der Anlage in Wechsel- und Lombarddarlehen war am 1./14. Sep-tember 1904 mit 388,6 Millionen Rubel um wenige Millionen Rubel geringer als inden gleichen Ausweistagen der Vorjahre, an denen sie sich auf 394,1 und 390,7 MillionenRubel stellte. Die Unterschiede sind so auffallend gering, daß man sagen kann, der Kriegsei hente von keinerlei Einfluß auf den Umfang der Kreditgewährung der russischen Neichs-bank. Diese Erscheiuuug dürfte sich vielleicht weniger aus einer absichtlichen Kredit-beschränkung seitens der Bank, die von der Bank selbst kategorisch in Abrede gestelltwird und gegen die auch die oben erwähnten Erleichterungen sprechen, als vielmehrdaraus erklären, daß auch heute noch die russische Volkswirtschaft nur iu geringem Um-fang Wechsel hervorbringt, die geeignet sind, als Anlage für eine Notenbank zu dienen.
Bei der Bank von Japan ist die Anlage in Jnlandswechseln von 19,8 Mil-lionen Den zu Anfang des Jahres nach einer vorübergehenden unerheblichen Steigerungauf 13,9 Millionen am 21. Mai gesunken, hat sich seither auf 29,3 Millionen am25. Juni gehoben und betrug nach einer neuerlichen starken Verringerung am 13. Augustwieder 29,8 Millionen Jen. Die Lombardanlage hat allerdings gegenüber demJahresanfang eine Steigerung von 33,9 auf 41,2 Millionen Jen am 13. Augusterfahren, sie bleibt aber weit hinter der Anlage des Vorjahres zurück, die sich imDurchschnitt auf 54,5 Millionen Uen stellte. Die Wechsel- und Lombardanlagezusammengenommen betrug am 7. Mai 51,0 Millionen Jen» dagegen an den gleichenAusweistagen der drei Vorjahre 76,2, 64,1 und 103,1 Millionen Aen. Mitte Auguststellte sich die Wechsel- und Lombardanlage der Bank 1904 auf 70,9, 1903 auf 70,0,1902 auf 76,2 Millionen Jen. Trotz des zeitweise erheblichen Goldabflusses hat dieBank in Anbetracht ihrer geringfügigen Anlage eine Erhöhung ihres Zinssatzes erstverhältnismäßig spät vorgenommen. Von Mitte März 1902 bis Mitte März 1903hatte die Bank ihren offiziellen Diskontsatz von 8^/-t Prozent schrittweise bis auf 5,84 Pro-zent herabgesetzt, und bei diesem letzteren Satze hatte es sein Bewenden, bis Ende Junieine Erhöhung auf 6,57 Prozent erfolgte. In der Kreditgewährung der Bank vvn Japan ist mithin eine Einwirkung des Krieges fast noch weniger zu erkennen als bei der russischen Reichsbank. Auch hier dürfte der Hauptgrund der sein, daß die Geld- und Kreditwirtschaftnoch zu weuig ausgebildet ist, als daß der Krieg eine wesentliche Steigerung derjenigenKreditansprüche hervorbringen könnte, deren Befriedigung durch eine Notenbank möglich ist.
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Die finanziellen Wirkungen des russisch -japanischen Krieges konnten nicht aufdie unmittelbar beteiligten Länder beschränkt bleiben. Das Geld ist das flüssigstealler wirtschaftlichen Güter, nnd wie es innerhalb der einzelnen Volkswirtschaften den