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könnte. Hier heißt es Treue um Treue und Pflicht um Pflicht IJede Benachteiligung der Anleihezeichner wäre eine Bevor-zugung der finanziellen Drückeberger; und mag der Steuer-druck noch so hoch werden, einer solchen Umkehrung aller sitt-lichen Begriffe in der staatlichen Finanzgebahrung wird nie-mand, keine Partei und keine Regierung, jemals das Wortreden können.
Schon deshalb nicht, weil erfreulicherweise unsere Kriegs-anleihen, mit durch das Verdienst aller derjenigen, die sich inden Dienst der Anleihepropaganda gestellt haben, immer mehrzu Volksanleihen geworden sind, weil Millionen von Zeichnernaus allen Schichten der Bevölkerung an jeder neuen Anleihebeteiligt waren, weil die Minderbemittelten, die sich eine eigeneZeichnung nicht gestatten können, sondern ihre bescheidenen Er-sparnisse auf einer Sparkasse liegen haben oder die von wohl-tätigen Stiftungen usw. Unterstützung erfahren, an den Kriegs-anleihen dadurch mittelbar beteiligt sind, daß die Einlagen derSparkassen, das Vermögen der Stiftungen großenteils inKriegsanleihen angelegt sind. Für die Sicherung undAufrechterhaltung des Dienstes der Kriegs-anleihen besteht also eine Volkssolidarität,die in sich allein stärker ist als jede Gewähr,die innerhalb des Reichs für irgendeinenVermögenswert besteht oder geschaffenwerden könnte.
Deshalb kann man auch heute mit ruhigem Gewissensagen, daß die Kriegsanleihe — komme, was da kommen mag— nach wie vor die denkbar sicherste Anlage für Ersparnisseund Kapitalien darstellt. Eine Bedrohung von Zinsen undKapital der Kriegsanleihen ist nur denkbar, wenn vorher alleanderen finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft, wenn vorheralle anderen Vermögenswerte ins Wanken geraten sind.Denn für die Kriegsanleihen haftet mate-