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Rede des Staatsministers Dr. Helfferich über die deutsche Volkskraft : geh. am 11. Okt. 1918 vor den Vertretern der Kriegsanleihe-Werbeorganisationen von Groß-Berlin und Brandenburg / [Karl] Helfferich
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Augenblick ein Zweifel darüber aufkommen, daß das Reich ge-willt sei, seine Finanzen in Ordnung zu halten und die Deckungfür den Dienst seiner Kriegsanleihen zu schaffen. Die Wider-stände gegen jedes Anziehen der Steuerschraube während desKrieges sind damals überwunden worden, und mein Nachfolgerim Reichsschatzamt, Graf Reedern, ist in Uebereinstim-mung mit Bundesrat und Reichstag den von mir betretenenWeg weitergegangen. Allein die vor wenigen Monaten be-schlossenen neuen Steuervorlagen sollen nach dem Anschlag desReichsschatzjekretärs 2,6 Milliarden laufende und 1,8 Milliar-den Mark einmalige Einnahmen bringen. Insgesamt sinddurch die während des Krieges beschlossenen neuen Reichssteuernneben 7^ Milliarden einmaliger Einnahmen rund 4 Milliar-den jährlicher Mehreinnahmen gesichert, immerhin ein an-ständiges Zehrgeld auf dem Wege zur endgültigen Neuordnungder Reichsfinanzen und ein ansehnlicher Bruchteil der zu voll-bringenden Gesamtleistung.

Daß der Weg bis zu Ende gegangen werden wird, mitderselben Entschiedenheit und Promptheit, mit der die letztegroße Etappe der Steuervorlagen dieses Jahr bewilligt wor-den ist, dafür biirgen uns außer den feierlichen Erklärungen,die der Reichsschatzsekretär kürzlich für Reichsleitung und Bun-desrat abgegeben hat, die von den Parteiführern des Reichs-tags gegebene Antwort,daß es für Reichstag und Reichs-regierung erste Pflicht sein müsse, den Zinsendienst der Kriegs-anleihen in zugesagter Höhe mit allen Mitteln sicherzustellen".

Die Erfüllung, die restlose Erfüllung dieses Versprechens,ist eine Selbstverständlichkeit. Gerade weil wir die jetzt baldIM Milliarden Mark unserer Kriegsanleihen auf dem Wegedes Aufrufs zur freiwilligen Pflichterfüllung aufgebracht haben,muß und wird jeder Gedanke ausgeschlossen sein, der die Zeich-ner der Kriegsanleihen benachteiligen und die ihnen inschwerer Stunde feierlich verbrieften Rechte beeinträchtigen