uns irgend etwas die Not und das Elend der Gegenwart doppeltund dreifach fühlbar machte, dann war es das Schriftstück, das^der Herr Minister des Auswärtigen in Beantwortung der Inter-pellationen hier vorgelesen hat. Auch dieses Schriftstück ist inseiner ganzen Nüchternheit
ein furchtbares Dokument der Anklage.
(sehr richtig! rechts.)
Was in diesem Schriftstück zugegeben und bestätigt, was inihm noch über die von den Interpellanten vorgebrachten Tat-sachen hinaus festgestellt wurde, das ist schlechthin erschütterndfür jeden, der noch ein deutsches Herz in der Brust hat,- ich hoffe,auch erschütternd für das Ausland, soweit es sich noch ein objek-tives Urteil und ein menschliches Gefühl bewahrt hat. Wir dankendem Herrn Minister des Auswärtigen für diese Feststellung. Wirdanken ihm auch für die namens der Reichsregierung abgegebeneErklärung, daß sie sich mit allen Mitteln — so haben wir dasverstanden — der versuchten Losreißung der Rheinlande wider-setzen wird. Aber allerdings.
Wir hätten noch etwas mehr gewünscht.
Ich begreife, daß der Herr Minister des Auswärtigen seine Wartewägt, wenn er in solchen Fragen nicht nur vor dem DeutschenReichstag, sondern vor der Öffentlichkeit, der gesamten Weltspricht. Ich verstehe auch, daß der Herr Minister des Auswärti-gen Diplomat sein will, denn das ist schließlich sein Beruf. Ichweiß auch, daß Gott dem Diplomaten die Sprache gegeben hat— nach dem bekannten Ausspruch von Talleyrand —. um seineGedanken zu verbergen.
Aber es gibt Augenblicke, in denen auch ein Minister desAuswärtigen von dieser Gabe keinen Gebrauch m:5?:n sollte.
Vorgestern war ein solcher Augenblick.
Deshalb kann ich — es liegt keine persönliche Spit-e in dem,was ich saas — kein Verständnis für die. ich will einmal sagen,mehr als abgeklärte Art der Kritik des Herrn Ministers an denZuständen finden, an diesen Zuständen, die zum Himmel schreien.Er hat damit dem von ihm selbst entworfenen Bild die Farbeund damit doch auch etwas das Leben vorenthalten.
Es ist nicht richtig, daß durch
das Verholten der Saarregiermm
nur ein „Mangel an gegenseitigem Vertrauen" hervorgerufenworden sei. Es ist nicht richtia. das? durch das Verhalten derSaarregierung nur „eine Atmosphäre der Mißstimmung" und ein..ganz ungesunder Zustand" geschaffen worden sei.
Was dort in der Saarbcr-ölÄrunq und weit darüde', Vnausin der Seele unserer Landslente entstanden ist. ist Erbitteranaund Empörung, ist Hasz und Wut. (Zustimmung b. d. Deutschn.^