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Deutschlands Not : Reichstagsrede, gehalten am 23. Juni 1922 / von Statsminister Dr. Helfferich
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Warum sagen Sie das «kht. Herr Minister? Es ist «ichti«.

das? die Welt das weis?, und es ist nach unserer Ansicht wichtig,das? sie es auch aus Ihrem Munde hört. (Sehr gut! bei denDnatl.) Es ist wichtig, das? unsere Brüder im Saargebiet, diein ihrer Bedrängnis treu zu ihrem angestammten Vaterlandehalten, die Gewißheit haben, daß man auch an den höchstenStellen des Reiches für diese ihre Gefühle das vollste Verständnishat. sAbg. Crispien: Ein unverschämter Hetzer sind Sie!) Die..Unverschämtheit" ist bei Ihnen schon längst ein parlamentarischerAusdruck, deswegen sei Ihnen dieses Wort gestattet.

Der Minister hat den letzten Teil seiner Ausführungen ein-geleitet mit den Worten:Das Bild, das ich Ihnen entrollendurfte, ist kein erfreuliches." Bei Gott , die Limonade ist matt!Nein, das Bild ist nicht nur kein erfreuliches; es ist «in empö-rendes und herzzerreißendes und zum Himmel schreiendes Bildder Leiden eines deutschen Volksteiles, der sich im wörtlichenSinne des Wortes verraten und verkauft fühlt. (Lebh. Zustim.mung bei den Dnatl. Große Unruhe und Zurufe links: DieFrüchte Ihrer Politik!) Das Schamgefühl scheint hier keinenPlatz mehr zu haben. (Andauernde lärmende Zurufe links.Glocke des Präsidenten.)

Wenn ich das Wortverkauft und verraten" ausgesprochenhabe, so habe ich das aus ganz bestimmten Gründen getan. Icherinnere an den

schändlichen Betrug

und stelle ihn für diejenigen, die ihn noch nicht kennen, fest, derbei den Vorverhandlungen von Versailles von der französischenRegierung begangen worden ist. sAbg. Müller-Franken: Dieganze Erregung ist vor dem Spiegel einstudiert! Pfui-Rufebei den Dnatl. Erneute Rufe von den Soz.: Einstudierte Geste!

Eegenrufe von den Deutschnationalen: So etwas ist malReichskanzler gewesen!) Ich antworte nicht, denn die Ver-achtung hat keine Worte. (Sehr gut bei den Deutschnatia-nalen.) Nach dem Buche des Herrn Tardieu, der bei diesen Ver-handlungen zugegen war. betitelt «I^a ?aix", auf Seite 290 ff.

damit diejenigen Herren, die Französisch verstehen, das nach-lesen können stelle ich folgenden Sachverhalt fest. (Unruhebei den Sozialdemokraten.) Ich wäre dankbar, wenn die Herrennun mit etwas mehr Ruhe zuhören wollten. Es ist eine Sachs,die wirklich ganz Deutschland interessieren sollte:

Am 26. März 1919. vormittags. Sitzung des Rats der..großen Vier" von Herrn Tardieu selbst so bezeichnet imHotel des Präsidenten Wilson. Herr Loucheur und HerrTardieu sind zugezogen. Lloyd George tritt den fran-zösischen Ansprüchen auf das Saargebiet scharf entgegen. Erführt aus. die von Frankreich angenommene Grundlage d«Friedens sei die ..Reparation des Unrechts von 1871. nicht desisnigen von 1815". Er schließt mit den Worten:Schaffen Sikein neues Elsaß-Lothringen."Das bezog sich auf das SaaraMet.