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Clemevceaus Autwort?
..Es gibt dort im Saargebiet 1S0MV Menschen, die Fran-zosen sind. Diese Menschen, die im Jahre 1918 an den Präsi-denten Poincarv Adressen geschickt haben, haben auch einenAnspruch auf Gerechtigkeit."
Im Saargebiet gab es damals noch keine IM Franzosen undFranzöslinge. (Lebhafte Zustimmung rechts.)
Was Herr Clemenceau hier vorbrachte, war
eine unerhörte Lüge.
und' wenn diese Adressen den ..großen Vier" vorgelegt wurden,dann waren diese Adressen unerhörteFälschungen. (Er-neute lebhafte Zustimmung rechts. — Widerspruch und Zurufelinks.) Diese Fälschungen haben ihre Schuldigkeit getan: sie finddie Grundursache des Zustandes, in dem sich heute das Saargebietbefindet. (Sehr richtig! rechts. — Zuruf links: Industriell«waren dabei, Herr Röchling !) Haben Sie etwa diese Advesse undden Namen Röchling daraus gesehen? (Wiederholte Rufe links:Haben Sie sie gesehen?) Haben Sie eine solche Adresse gesehen?— Nein? — Dann schämen Sie sich in den Grund Ihrer Seele,wenn Sie noch Schamgefühl besitzen. (Andauernde Zurufe links.)
Ich frage: Ist der deutschen Negierung dieser Sachverhaltbekannt, und was hat die deutsche Regierung getan,um diesen schändlichen Betrug aufznklären?(Sehr gut! rechts.) Hat die deutsche Regierung je den Versuchunternommenes Folgen dieses schändlichen Betruges rückgängigzu machen? Mir ist nichts derartiges bisher bekannt geworden:aber ich hoffe, daß das an mir liegt. (Rufe links: Sehr richtig!Das liegt an Ihnen!) Aber auch draußen ist nichts bekannt ge-worden, und das liegt nicht an mir, das liegt jedenfalls an derRegierung.
Muß sich denn unter diesen Umständen, die im Saargebietbekannt sind, die saarländische Bevölkerung nicht verlassen undverraten fühlen, wenn auch jetzt wieder die Regierung mit somatten Worten ihrer gedenkt? Ich wiederhole es: ich danke demHerrn Minister dafür, daß er die Tatsachen festgestellt hat; meineKritik soll keine persönliche sein: sie ist vielleicht scharf, weil mirdieses Land nach meiner Geburt und Herkunft ganz be-sonders am Herzen liegt. (Zurufe links.) Aber ich sage: Bestehtnicht die Gefahr, daß bei der Bevölkerung des Saargebiets diematten Worts, in denen Empörung und Entrüstung kaum an-klangen, den Eindruck erwecken, als ob sie mehr von der Sorgevor einem französischen Stirnrunzeln als von den Leiden der Be-völkerung des Saargebiets eingegeben sein? (Sehr richtigl rechts.)
Und dann, meine Herren am Regierungstisch! Wenn HerrDr. Rathenau sozusagen als einzigen Trost dem Saarland dieHoffnung aus einebessere Einsicht des Völker-bundsrates zeigte, muß da angesichts der Erfahrungen mitOberschlesien die Saarbevölkerung nicht geradezu verzweifeln?(Sehr wahr! rechts.) Muß da nicht die ganze Welt auch über das