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belauft und auf noch sehr viel grökere Beträge, wenn es derReparatwnskomnüssion gefällt, im nächsten Jahre den Betrag,den Wir in „Sachleistungen" zu bezahlen haben, zu erhöhen, wennunsere Valuta weiter zurückgeht und dann diejenigen Ausgaben,die sich in Eold beziffern, unendlich in die Höhe gehen. Wasist das für eine Gefahr, die an uns vorüber-gegangenisNIch hoffe, dak die Regierung mit allem Nach-druck die Gelegenheit benutzt, um uns aus der Schlinge zu be-freien, die sie selbst uns bereits um den Hals gelegt hatte. (Sehrgut! bei den Deutschnationalen.)
Meine Herren und Damen! Die Verpflichtung» die,wenn auch in bedingter Form, übernommen worden ist, istnach meiner Ansicht hellichterWahnsinn.ist mehrals das, ist einVerbrechen. Sie ist um so unsinnigerund verbrecherischer, als uns sogar das unersüllbare Teil-moratorium nur für 1922 zugestanden worden ist und vom1. Januar 1923 an alles in Frage steht, d. h. alles in denHänden der Reparationskommission liegt.
Wir müssen deshalb mit allem Nachdruck verlangen, dakdie Reichsregierung keine Unklarheit darkber läkt> wedergegenüber dem Reichstag und der deutschen Oeffentlichkeit, nochgegenüber dem Earantiekomitee und der Reparationskommission,dak sie mit dem Fortfall der Voraussetzung sich von dieser wahn-sinnigen Verpflichtung als befreit erachtet. (Sehr richtig! beiden Dnatl.) Wir müssen das um so mehr verlangen, als dieReparationskommission zwar von dem Vorbehalt der deutschenRegierung Notiz genommen, aber die sehr wichtige Erklärung hin-zugefügt hat. die Reparationskommission behalte sich ausdrücklichdas Recht vor. das Teilmoratorium auch noch im Laufe des Wahres1922 jederzeit zu widerrufen, falls Deutschland in Ermangelungder auswärtigen Anleihe die Stabilisierung der schwebendenSchuld unterlasse. Damit ist ein neues Damoklesschwert über unsaufgehängt, und ich hoffe, dak die Regierung nicht vor diesemDamoklesschwert Kotau macht. (Heiterkeit links.)
Wir müssen diese Forderung schliesslich um so mehr stellen,als die von der Reichsregierung am 13. d. Mts. durch Wolffausgegebene Erklärung besagt:
„Die deutsche Regierung wird im Interesse der Festigungder deutschen Wirtschaftslage und des deutschen Kredits nach wievor alles tun. um die Reichsfinanzen auf eine gesunde Grund-lage zu stellen und der Vermehrung der schwebenden Schuldentgegenzuwirken, so weit dies unter den gegebenen erschwertenVerhältnissen möglich ist. In den bevorstehenden Verhandlungenmit dem Earantiekomitee wird die Gelegenheit geboten sein,der Reparationskommission die nötigen Aufschlüsse hierüber zugeben."
Wir müssen der Reichsregieruna dringend empfehlen, demEarantiekomitee reinen Wein einzuschenken und fede Festlegungirgendwelcher Verpflichtung in bezug auf neue Steuern. Zwangs-