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Maßnahmen zur Eindämmung der schwebenden Schuld durchzu-führen. Die Anleihe ist nicht zustande gekommen, und so sind dieausdrücklich vorgesehenen Voraussetzungen für unsere etwaigenMaßnahmen noch nicht erfüllt. Wir werden trotzdem jedes Mittelzur Sanierung unserer Finanzen auf seine Möglichkeit prüfen unddie als möglich erkannten Mittel auch durchführen.
Nun ein kurzes Wort zu den Ausführungen des Herrn Abge-ordneten Helfferich über Irrtümer in den Uebersetzungen. DerOriginaltext der von dem Herrn Abgeordneten Helfferich behan-delten Noten ist der deutsche. Die Uebersetzung, die regelmäßigin französischer oder englischer Sprache beigegeben wird und derenHerstellung von der Kriegslastenkommission bewirkt wird, dientdazu, Mißverständnisse zu verhüten. (Lachen und Zurufe b. d.Deutschnationalen.) — Ja, meine Herren, das Lachen kann ichauch ii« dieser Frage nicht als ein ausreichendes Argument fürSie ansehen! — Jeder, der mit Uebersetzungen in fremde Sprachenzu tun hat, weisz, daß es ganz unmöglich ist, eine vollkommeneUebereinstimmung eines dreisprachigen Textes herzustellen. Ichkann nicht anerkennen, daß die Bemängelungen des Herrn Abge-ordneten Helfferich gegen diese Arbeit zutreffen. Ich weisz auchnicht, welches Interesse er von seinem Standpunkt hat, hier dieBehauptung aufzustellen, die deutsche Regierung habe weiter-gehende Zusagen abgegeben, als es der deutsche Text der Rotenergibt. (Sehr gut! im Zentrum und b. d. Deutschen Demokraten.— Abg. Dr. Helfferich: Ich habe gefragt!) Der «Seist der ver-schiedenen Sprachen und die Ueblichkeiten in den Formen bei den!verschiedenen Völkern können zu Nuancen im Ausdruck führen,die bei wörtlicher Uebersetzung Verschiedenes zu bedeuten scheinen,obwohl sie sachlich dasselbe meinen. Das ist jedem bekannt, dermit diesen Dingen zu tun gehabt hat. (Abg. Dr. Helfferich: Si«können doch französisch!)
Nun hat der Herr Abgeordnete Helfferich sich im einzelne«noch zu der Frage der Finanzkontrolle gewandt und hier schwer«Vorwürfe erhoben. Er hat zunächst, wenn ich nicht irre, auch denVorwurs erhoben, es wäre über diese Frage im AuswärtigenAusschuß unvollständig oder irreführend berichtet worden. Ichmuß mich nachdrücklich gegen eine solche Behauptung wenden.Ich habe im Auswärtigen Ausschuß über diese Frage berichtet,ausdrücklich die drei Vorbehalte hervorgehoben und habe überden Sinn der Finanzkontrolle nach meiner Ueberzeugung keinenZweifel gelassen. Ich sehe diese Dinge mit anderen Augen anals der Herr Abgeordnete Helfferich. Ich muß es mir aber ver-sagen, im gegenwärtigen Augenblick auf Einzelheiten hier einzu-gehen. Nur oas eine muß ich mit allem Nachdruck betonen: wirhaben die drei Vorbehalte gemacht: Kein Antasten der Souve-ränität Deutschlands, keine Störung des geregelten Ganges derVerwaltung und keine Verletzung des Steuergeheimnisses. DieseVorbehalte sind ausdrücklich gemacht. Wenn der Herr AbgeordneteHelfferich hier starke Zweifel an der Möglichkeit dieser Vorbe-halte äußert, sie einen Schemen nennt, dann aber gleichzeitig dieErwartung ausspricht, daß die deutsche Regierung diesen Schemen