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Francesco Barbaro : Früh-Humanismus und Staatskunst in Venedig / Percy Gothein
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VIII ALTERSWEISHEIT

von Aragon, Alfonso, aus Neapel vertreiben sollen, jedoch benutztSforza die Abwesenheit Piccininos, um über dessen führerloses Heerherzufallen und es vernichtend zu schlagen. Als dies der alte Piccininoin Mailand erfährt, rührt ihn der Schlag, und er stirbt am 15. Oktober.Bald nach diesem Ereignis muß Barbaro nach Venedig heimgekehrtsein, denn wir finden ihn am r. November erneut im kleinen Rat sitzen.Während der langen Monate seines Mailänder Aufenthaltes wurde ervon den dortigen Humanisten sehr gefeiert; auch knüpfte er, ohne etwasnachzutragen, ein freundschaftliches Verhältnis mit Pier Candido Decem-brio an, von dem aus der Folgezeit wieder herzliche Briefe an Barbaroerhalten sind 19 . Als es im Mai schien, daß Barbaro seine Heimreise baldantreten werde, verfaßte ein Schüler des Filelfo, der Mailänder GelehrteLeodrisio Crivelli, in Betrübnis darüber, daß Barbaro die neuerworbenenFreunde in Mailand schon wieder verlassen wollte, ein Gedicht an seinenBruder Francesco Aleardo 20 . Uneingedenk des angeblichen Versagensvon Barbaros Beredsamkeit beim Empfang dichtet der Mailänder :Italici princeps Barbarus eloquiiBarbarus ingenii cui vim natura supremamPulsaque barbaries nomina clara dedit.

Qui patriam splendore suo celeberrimus ornat

Cuius habet nullos fama colenda modos.Es ist eine Huldigung der früheren Feinde, nicht ohne Anspielung auf dieheldische Bewährung während seiner Brescianer Statthalterschaft:

Et foris imperium et duris in rebus opimas

Virtutis laudes nactus ...Noch größere Ehre wird ihm angetan:

Sic modo res Venetum totis te Barbare poscit

Vocibus ut redeas orba parente suo.Die Heimat Venedig, ihres Vaters beraubt, ruft ihn mit allen Stimmenzurück, das betrübte Mailand , das eines solchen Mannes auch bedürfte,muß ihn aber missen. Solche Lorbeeren konnte Barbaro sich nur in derFremde holen, denn zu Hause machten er und seine gleichgestelltenGenossen untereinander nicht so viel Wesens von sich. Jedoch war Bar-baro jetzt schon ein so berühmter Mann, daß seine Gesandtschaftsreisen