Druckschrift 
Francesco Barbaro : Früh-Humanismus und Staatskunst in Venedig / Percy Gothein
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen
 

ANMERKUNGEN ZU KAPITEL I, 22-32

349

Pergamentstreifen ausgefertigt wurden. Das längste und das für unsere Kenntnis derwirtschaftlichen Familienverhältnisse während der ersten Lebensjahre FrancescoBarbaras aufschlußreichste Aktenstück datiert vom 26. Juni 1392, also noch nicht1V2 Jahre nach dem Tode des Vaters Candiano.

Ein späteres notarielles Aktenstück datiert vom 5. Juni 1402. Damals ist einer der fünfSöhne der Constanza, Daniel, schon gestorben und der Älteste, Ermolao, der nun zweiFünftel der väterlichen Erbes in der Hand hat, ist, wie ihn der Vater in seinem Testa-ment verpflichtete, gehalten, der Schwester Polissena , die an Nikolaus de'Priuli ver-heiratet war, die Mitgift auszuzahlen. Auch das Alter der Schwester Polissena ist an-gegeben, aber etwas ungenau: sie ist über zwölf Jahre und unter achtzehn. Nehmenwir noch hinzu, daß Vater Candiano in seinem Testament bestimmt, daß seine Töchternicht unter vierzehn Jahren heiraten dürften, so verengert sich diese Zeitbestimmung.

22 Im Brief an Battista Bevilaqua ed. Sabbadini, C 94.

23 An Papst Eugen IV. vom 25. Aug. 1437, Quir. ep. B. 41, und an den Neffen PietroBarbo ( späteren Papst Paul 11.) ed. Sabbadini 130 lettere. 103.

24 F. B. De re uxoria, pag. 12.

25 Petrarcabriefe, a. a. O. pag. 263.

26 Ep. Guarini A 115 Padua, Ende Juni 1416, Guar , an Zach. Bar.

27 Ep. Guarini A 376, 24, Verona August 1423, Gua. an F. B.

28 Abreise Guarinos von Konstantinopel 1403, vgl. C 5.

29 Zeugnisse dafür, daß Francesco zuerst bei Giovanni da Ravenna Latein lernte:

a) Mittarelli: Bibliotheca S.Michaelis, p. xviii, erwähnt einen zu der BibliothekBarbaras ehemals gehörigen Codex mit der eigenhändigen Eintragung: Iste überest Francisci Barbari, quondam d. Candiani, quem emit a commissaria doctissimi viriJohannis de Ravenna praeeeptoris sui.

b) Gian Piero Feretti (zitiert nach dem Padre degli Agostini): über die berühmtenMänner Ravennas nennt Francesco unter den Schülern Giovannis.

Vgl. auch R. Sabbadini: Giov. da Ravenna, Como 1924.

Es kommen für die Schulzeit bei ihm die Jahre 14051408 in Betracht, da Conversinoseit 1405 im April in Venedig nachweisbar ist, wohin er aus Padua nach dem Unter-gang der letzten Carrara zog.

30 Sabbadini in Studi ital. filol. class. xi, pag. 321, n. 1 und C 8 f. Barzizza im März 1418in Venedig, Gast des Hauses Barbaro.

31 Ep. Guar. pag. 7 aus Konstantinopel vom 12. Juni 1408. Dieser Brief befindet sichnur in einer einzigen Handschrift Cod. vatican. 5223 f. 94; er wurde von Sabbadinientdeckt und erstmals in La Scuola e gli studi di Guarino, Catania 1896, pag. 165veröffentlicht. Die Freude über diese Perle der humanistischen Briefschreibe-kunst, durch die er zuerst Francesco Barbaro kennen und schätzen lernte, wurde demVerfasser zum Anlaß des ganzen Werkes. Er möchte es nicht unterlassen, Sabbadinifür das Geschenk dieses schönen Fundes zu danken. Remigio Sabbadinis Lebens-werk hat die hier vorgelegte Arbeit erst ermöglicht. Ich hatte mich auch seinerpersönlichen Hilfsbereitschaft zu erfreuen. Vor allem danke ich aber ihm und vondeutschen Gelehrten Ludwig Bertalot , daß sie mich zur Vollendung des FrancescoBarbaro ermutigten .

32 Zur Haltung Guarinos in diesem Briefe vgl. die Grabrede, die Ludovico Carbone 1460 dem toten Lehrer hielt (ed. Müllner: Reden italienischer Humanisten, Wien 1899); pag. 92 heißt es: cum autem ad quintum et vigesimum suae aetatis annum per-venisset tener atque omnia egregie quae ad Iatinitatis rationem pertinent, existimans,id quod certe verum est non posse se plenissimam Latinae linguae cognitionem asse-qui, nisi etiam graecos fontes hauriret, 1 a quibus omnia nostra fluxerunt, amicosparentes patriam ipsam et caetera quae putantur in vita dulcissima relinquere nondubitavit, ut perfectionem quam cupiebat nancisceretur.