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ANMERKUNGEN ZU KAPITEL I, 15-21
niemand wußte, bis es die Akten erschlossen ? Daniel war zwar 1402 nicht mehr amLeben, aber das schon erwähnte venezianische Standesamtsregister Avvogaria delComun Cronaca dei matrimoni oder liber nuptiarum, in dem die seit 1400 statt-gefundenen Hochzeiten venezianischer Nobili familienweise aufgezeichnet sind, gibtan, daß der Älteste, Almorö, der für uns zum erstenmal 1368 im früheren Testamentseines Vaters als Moreto auftaucht, dann bei dessen Tode volljährig als Almorö beider Testamentseröffnung auftritt, erst 1402 im Alter von mindestens 35 Jahren ver-mählt hat, ein Jahr später als sein schon bekannter jüngerer Bruder Zacharias, der 1401die Tochter Lukrezia des Francesco Lion, des Schwagers des vorigen Dogen AntonioVenier, zum Weib nahm. Wir stellten schon fest, daß nicht nur ein beträchtlicherAltersunterschied zwischen den beiden älteren und den beiden jüngeren Brüdernbestand — von dem fünften Bruder, jenem angeblichen zweiten Daniel, fehlt jedeweitere Spur — sondern daß sie auch Söhne verschiedener Mütter, also nur Stief-geschwister waren. Ich vermute, daß darin der Grund zur Fremdheit zu suchen ist,und demzufolge auch für das Schweigen von Seiten Francescos. Jedoch sind die Aktenin dieser Beziehung so farblos, daß sie diese Vermutung weder widerlegen noch be-weisen. Die väterliche Erbschaft war unter den fünf Söhnen in ebensoviel Teile ge-teilt. Nach dem Tode des Daniel hatte der ältere Bruder Ermolao zwei Fünftel inHänden und wird durch richterlichen Entscheid angehalten, daraus die Aussteuerseiner Schwester Polissena zu zahlen. Es ist nicht auszumachen, ob dem betreffendennotariellen Dokument, das ich vorlege, ein Familienzwist voranging, so daß Ermolaoerst gezwungen vom Gericht das Geld herausrückte, oder ob man sich gütlich aus-einandersetzte und der besagte Akt nur eine notariell beglaubigte Quittung darstellt.
15 F. B. De re uxoria (ed. Gnesotto), pag. 12.
16 Sabbadinis letzte Äußerung: Dalle nuove lettere di Gasparino Barzizza in R. istitutolomb. di Seien, e lett. Vol. lxii, fasc. 16—20, 1930, pag. 890, läßt F.B. 1413 mit kaum
17 Jahren (also geb. 1396) heiraten. Sabbadini hält diese Annahme nicht aufrecht undweist mich brieflich auf Poggio ep. ed. Tonelli, 1 pag. 54 hin, aus dem hervorgeht,daß das alte Hochzeitsdatum Frühjahr 1419 bestehen bleibt, vgl. Kap. vi Anm. 21.
17 Die Rede des Tobia dal Borgo, die bisher nur in Auszügen in Quirinis Diatribapassim und C 378 f. bekannt war, soll im Band 11 vollständig veröffentlicht werden.Rom: Cod. Vat. lat. 5108 fol. 90; Florenz : Cod. Laurent. Ashburnham 270fol. 87-92;Brescia : Cod. Querin. C vn fol. 139 (ohne die Antwort Barbaros).
18 Die Vita Francisci Barbari (s. Bd. 11) stammt aus dem Archetypus der Briefsamm-lungen Barbaros (vgl. Vorbem.).
19 Ärchivio di Stato di Venezia Procuratori di San Marco de ultra 112 (Quaterno:commissarie Ser Candiani Barbaro).
Date pro desiderio Francisci Barbari olim filii nostri commissarii Anno mcccc octavomense Julii die xiii temporis nobilis et egregius vir ser Mauro procuratorum d(omino)Francischo Barbaro uni ex quinque filiis nostri commissarii totum suum residuumdicti quondam patris sui eidem contingentem secundum factum testamenti.. . patrisusque ad diem presentem. Quod. .. vigore. .. summe residui complete et robore manusAntonii de Vataciis.. .de murano plebani venetorum notarii. Quam ipse ad curiamdominiorum et iudicum procuratorum in mcccc octavo mense junii die xx ob-tinuit in dicti suae partis residuo ut in dicta sua summa continetur, et cetera cartamsecuritati generalem manus presbyteri Alberti plebani saneti Vitt et dictam summamincisam: ducat. 837 de 18 o 15 ad aur. valunt libras 83 grossi 15 medii 7 piecoli 16.
20 Ferner 30 Dukaten für die Seelenmessen, 15 für Messen in der Kirche seinesSprengeis, in St. Christophorus für den gleichen Zweck weitere 10 Dukaten. Für«la senola di Santa Maria dell caritade» 30.
21 Es haben sich mehrere Originale der Prozeßakten der Erben Candiano Barbaroaus den Jahren 1392—1402 erhalten, die von den venezianischen Notaren auf länglichen
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