ANMERKUNGEN ZU KAPITEL II, 5-11
351
statuimus et otdinamus approbando et affirmando consuetudinem iam inceptam, quodquolibet anno die 17 nov. cantetur una missa solemnis Padue in ccclesia Cathedrali etin continenti celebrata missa fiat per dfTn (=dominum) episcopum cum omni clero,sequentibus domino potestate cum militibus, doctoribus scholaribus et universiscivibus processio honorabilis, recedendo de ecclesia cathedrali et eundo circum circaplateas Palatii juris et Sti. Clementis et revertendo ad ecclesiam catedralem.1405. Nach einem Vizepodestä schickten die Venezianer als ihren ersten Capitanoden gelehrten Zacharias Trevisano mit dem Auftrage, die Paduaner Universität zubetreuen.
6 Barzizza ist eine Ortschaft in der Nähe von Bergamo; deshalb wird der Humanistbald Barzizius, aber noch häufiger Gasparinus Bergomensis (oder Pergamensis) inden Handschriften genannt.
6 Vgl. C 9.
7 Queriniana di Brescia Cod. C. v. 11 aus dem früher in San Daniele befindlichencodex Vatic. Rossi 377 für Kardinal Quirini kopiert.
Der Brief wird in der Neuherausgabe von Barzizzabriefen, die Ludwig Bertalot besorgt, Aufnahme finden, sowie in der geplanten Barbarobriefsammlung.Zur Zeitbestimmung sei bemerkt: Man weiß nicht, was hier ein für allemal gesagt sei,ob venezianische Briefe, die im Januar oder Februar geschrieben sind, dem ange-gebenen oder dem darauffolgenden Jahre angehören, denn da das venezianische Ver-waltungsjahr vom 1. März zum 1. März lief, rechnete man «more Veneto» etwa dasJahr 1409 vom 1. März 1409 bis zum 1. März 1410, so daß die ersten zwei Monate von1410 auch noch 1409 zugerechnet wurden und entsprechend zurückdatiert werden.Wenn diese Gepflogenheit in allen amtlichen Schriftstücken der Venezianer inne-gehalten wird, so ist bei Privatbriefen nur manchmal nachweisbar, daß sie moreVeneto datiert sind, während in der Regel die Rechnung nach dem Kirchenjahr ein-gehalten wird.
Sabbadini läßt den Brief in seinem chronologischen Verzeichnis pag. 9 aus Padua datiert sein. In der Brescianer Handschrift steht aber Venedig. S. schreibt: Salutagli amici di Venezia, doch trifft das meiner Ansicht nach nicht zu, denn es steht da:tui valent. Damit kann nur der Bruder Zacharias mit seiner Familie gemeint sein, denBarzizza wohl zu dieser Zeit vorübergehend besuchte und von dort an Francesco,der in Padua zurückgeblieben war, schrieb. Weiter sagt Barzizza, daß er nicht be-sonders an Petrus Donatus schriebe, weil der Brief an Francesco halb und halb auchan diesen gerichtet sei. Pietro Donato ist, wie es aus weiterer Nennung im Brief her-vorgeht, in Padua .
8 Queriniana di Brescia Cod. C. v. 11.
Venedig d. 11. Januar 1409.......Ita est cius lectio jocundissima ita dulcis ita cara
tui memoriaque gratissima. Est illic maximus dicendi lepos, urbanitas non exigua,gravitas quae senectutem excedat, iocunditas vero quae adolescentiam.
9 Gasparini Barzizii.. .opera ed. AI. Furiettus. Roma 1723, pag. zu.
10 Auch Guarino und Sicco Polentone wissen über die Trinkfestigkeit der Paduaneretwas zu erzählen, vgl. ep. Guar. cd. Sabbadini A 20, 31 und C 27 f.
11 Da diese Rede und Gegenrede augenscheinlich beim Hören mitgeschrieben wurde,ist ihre Überlieferung ungleich schwieriger als die der Briefe, die von vornhereinschriftlich waren. Drei voneinander abweichende Fassungen fanden sich an ver-schiedenen Plätzen Italiens: in Venedig, Florenz und Rom . Der schlechteste Text inder Marciana cod. Marc. lat. xi, 123, fol. 9, zeigt deutlich, daß der Nachschreibernicht mitgekommen ist, große Lücken gelassen hat und dann seine hingesudelteAbschrift selber nicht mehr verstehen konnte. Glücklicherweise sind die beidenanderen Hs. Firenze Bibliotcca nazionale cod. Magliabechianus vi, 134, fol. 46 undRoma Bibliotcca Angelica 1139, fol. 118—119, zwar auch voneinander abweichend.