ANMERKUNGEN ZU KAPITEL III, 1-6
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KAPITEL III
1 Die neuste Bibliographie der Renaissance-Frage befindet sich in J. Huizinga : DasProblem der Renaissance, im Juli- und Augustheft (1928) der Zeitschrift «Italien» (Niels Kampmann-Verlag, Heidelberg); oder H. W. Eppelsheimer: Petrarca, Bonn 1926, pag. 208; ausführlich auch bei Alfred von Martin: Coluccio Salutati und dashumanistische Lebensideal, 1916, 1—17. Außerdem Joachimsen im Jahresber. f. deut-sche Geschichte 1 (1925) und Hans Baron daselbst Ül, iv (1921 und 1928), Baron inden gleichen Jahrgängen des Archivs für Kulturgeschichte.
Besonders zu erwähnen wäre:
Walter Goetz: Mittelalter und Renaissance, in Historische Zeitschrift 98, 1907.Werner Weisbach: Renaissance als Stilbegriff in Hist. Zeitschrift, 120,1919, pag. 250,und Karl Borinski: Die Weltwiedergeburtsidee in den neueren Zeiten; in Sitzungsber.der bayr. Akad. philol-philos. Kl. 1919.
Werner Jäger: Antike und Humanismus. Leipzig 1925. (Wertvoll durch seinen Hin-weis, daß die Römer mit dem Wort humanitas (ircttSeia) auch die humanistische Hal-tung geschaffen haben.)
Philippe Monnier: Le Quattrocento, z Vol., Paris 1912. (Das Werk fußt auf demBurckhardtschen Standpunkt der prinzipiellen Scheidung von Mittelalter und Renais-sance. Nicht sehr tiefschürfend.)
Paul Joachimsen: Renaissance, Humanismus und Reformation in «Zeitwende» 1(1925) pag. 402-425.
Paul Joachimsen: Aus der Entwicklung des italienischen Humanismus. Hist. Zeit-schrift 121 (1920) pag. 185—233.
A. v.Martin: Petrarcaund die Romantik der Renaissance. Hist. Zschft. 138 pag. 3 28-344.Vladimir Zabughin: Storia del rinascimento cristiano in Italia. Milano, Treves 1924.Giov. Gentile: Storia della filosofia. Huizinga: Wege der Kulturgeschichte. München 1930.
2 Zuerst darauf hingewiesen, daß Renaissance Wiedergeburt des eignen Lebensbedeutet, hat 1892 Rudolf Hildebrand; alsdann namentlich Konr. Burdach in ver-schiedenen Schriften, z. B. Reformation, Renaissance, Humanismus, Berlin 1918.
3 Besonders verfehlt: Samuel Singer : Mittelalter und Renaissance. (Sprache undDichtung, Heft 2, Tübingen 1910.)
Unbrauchbar die Theorie: Im MA. sei schon alles dagewesen, was die Renaissancegebracht habe: Individualismus (gelegentliche Selbstbiographien), weltliche Ge-sinnung (Fabliaux, Troubadours, schlechte Behandlung des Kaplans im Nibelungen-lied). Wenn Singer nachweisen will, daß es im MA. auch Renaissance-Menschentypengegeben habe: Karl d. Gr. und Hagen (sie!), so ist das eine Verkennung des Ur-germanisch-Reckenhaften und der Staatsraison des principe. Dadurch, daß vereinzeltfrüher auch schon verwandte Erscheinungen vorkamen, wird das Beginnliche in derRen. nicht weggeredet. Es kommt auf die Wirkung an, durch die eine ganze Zeit einanderes Gesicht annimmt, und nicht darauf, ob vereinzelt früher ähnliche Erscheinungenentdeckt werden können.
4 Marcus Antonius Sabellicus, Opera omnia, Basel 1560, Tom. iv, col. 322, nachApost. Zeno Istorie venez. (1718) pag. 29—47: non rem ipsam umbram tarnen etverum latinitatis adhuc nomen retinemus.
5 Eod. 1. Victi Italis finibus barbari cessere: sermonis foeditas quae passim involuerat,non cessit, reeepit aliqua ex parte Roma suum cultum et nitorem, loquendi proprie-tatem non reeepit.
8 Barbaro und Giustiniani werden als Zwiegestirn immer zusammen genannt. So auchin der Grabrede des Carbone für Guarino ed. Müllner: Reden ital. Humanisten, pag. 93:Franciscus appellatione quidem Barbarus ingenio atque eruditione plus quam latinus,
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