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ANMERKUNGEN ZU KAPITEL III, 7-14
Leonardus Iustinianus vir eloquentissimus quorum uterque latine graeceque perdoctus
plutima ingenii sui monumenta reliquit.
Ferner: Giov. degli Agostini, a. a. O. Vita Iustiniani.
Janus Panonius (ein ungarischer Schüler Guarinos, später Bischof von Fünfkirchen )
in seinem Panegyrikus auf Guarino:
Inde duplex Venetae processit gloria gentisBarbarus et plectro celeber Leonardus eburno.
Uber ihn: Berthold Fenigstein, Züricher Dissertation, Halle 1908.
7 Man hat sogar behauptet, daß das Latein nach dem Altertum, also das mittelalterlicheund das Humanisten-Latein, dem Leben zu vergleichen sei, das Haare auf dem Leich-nam nach dem Tode wachsen ließe. Der Ausspruch stammt von Paul de Lagarde; Zitiert bei L. Traube, Vorlesungen und Abhandlungen 11 (1911) 44; vgl. besondersPaul Lehmann: Vom Leben des Lateinischen im Mittelalter in Bayrische Blätterf. d. Gymnasialschulwesen lxv, 65 m
Andere erkannten dem Mittel-Latein noch einiges Leben zu, aber das künstliche Zu-rückgehen der Humanisten auf Cicero habe alle Lebendigkeit ertötet.
8 Raphael Mapheius Volaterranus: Commentariorum urbanorum 38 libri, Basel 1559,fol. 489. His successit Johannes Ravennas qui ea tempestate post longo temporeludum in Italia apperiret: unde tamquam ex equo Troiano viri praestantes plurimiprodierunt, qui postea scholis ac literis omnia referserunt. Hos ita iam latinis legitimeliteris imbutos Manuel Chrysoloras schola e rursus excepit, qui praeeeptor graecaediseiplinae... in Italiam venerat.
Aus dieser Stelle glaubt Karl Neumann ( zitiert nach Borinski, a. a. O. pag. 11) etwasAbträgliches gegen den byzantinischen Einfluß auf die Italiener herauszulesen: «Bei derBerührung des Einflusses der gelehrten Griechen in Italien — des M. Chrys. und seinerÜbernahme der Schule des Joh. von Ravenna — drängt sich dem zeitgenössischenLiterarhistoriker Raph. Maffei eher das Bild vom trojanischem Pferd auf, als das vonder Renaissance.» Diese Schlußfolgerung ist zweifellos unrichtig, denn der Vergleich mitdem trojanischen Pferd, der, übrigens aus Cicero De oratore 11, 94, stammend, durch-aus lobend gemeint ist, (man trifft ihn vielfach bei den Humanisten als eine stehendeRedensart etwa in dem Sinne, daß das Pferd mit den durch die humanistische Bildungbewaffneten Männern in die Stadt des finstern Unwissens eingeschmuggelt wird) be-zieht sich nach dem Wortlaut jedenfalls auf Johannes Ravennas und nicht auf ManuelChrysoloras.
9 Auch Poggio: De infelicitate prineipum. Opp. cd. Basel 1513, pag. 152. Cuius (Dantis)extat poema praeclarum neque si literis latinis constaret ulla ex parte poetis superioribus(sc. den Alten) postponendum (zitiert nach Burckhardt, Kulturgesch. d. Ren. 3. Ab-schnitt, 9. Kap. Anm.).
10 In päpstlichem Auftrage hielt zwar Lorenzo Valla auch einmal eine Prunkrede aufThomas von Aquino , cf. Mittarelli Bibliotheca S. Michaelis Venet. 1779, pag. xvn.neuere Ausgabe: hrsg. von Vahlen in Geigers Vierteljahrschrift für Cultur der Re-naissance 1 1886, pag. 390—396.
11 Cod. Marc. lat. xin, 70 (Morelli 2); Petrarca ep. rer. fam. xxi, 12; auch zitiertbei Voigt: Wiederb. d. cl. Altert. 1893 3 , 1,423; vgl. über die Petrarca-HandschriftPaul Piur: Ein Redaktionsexemplar aus Petrarcas Schreibstube. Exkurs zu K. Bur-dach : Vom Mittelalter zur Reformation 11 2 pag. 340—350.
12 Antonio Loschi (Luscus) aus Vicenza , Dichter, Humanist und päpstlicher Sekretäran der Kurie; cf. C 65.
13 E. Walser: Poggius Florentinus, Leipzig 1914, pag. 434, ineditum 6.
14 Sabbadini:Lascuola... pag.134, hat Barbaros Ubersetzung der Aristides-Biographienebst seinen andern Versionen auf ihren Stil hin geprüft und ist zu negativem Urteil ge-kommen: II Barbaro nelPAristide dä un'intonazione tutta declamatoria alla traduzione