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treter des Reichskanzlers, Dr. Helsferich, gezeichnet. DieseVerordnung ermöglichte die freie Veräußerung französischerAnternehmungen. Von der Liquidationsverordnung wurdeu. a, auch der im Elsaß gelegene Grudenbesitz der GebrüderDe Wendel betroffen, der schon seit längerer Zeit auf Grundder Verordnung über die zwangsweise Verwaltung franzö-sischer Unternehmungen vom 2ö. November 1914 unterZwangsverwalkung gestellt war. Die Liquidation des DeWendelschen Besitzes wurde etwa am 23. Mai 1917 in dieWege geleitet.
Schon im März 1917 war Erzberger im Gespräch mitdem Zeugen Vocke für eine möglichst schleunige Liquidationdes De Wendelschen Besitzes eingetreten: er hatte das mitdem Interesse an der Beseitigung des französischen Einflussesaus Elsafz-Lothringen begründet. Äm 17. Mai 1917 hatdann Erzberger an Helfserich einen Brief geschrieben, in demer im Interesse der Beseitigung des französischen Einflussesaus Elsaß-Lothringen für möglichst rasche Liquidation desDe Wendelschen Grubensitzes eintrat und vorschlug, dasz bezder Veräußerung nur die lothringischen Hütten als Käuferberücksichtigt werden, damit die lothringischen Erze auch inLothringen verhüttet werden und dlaß den lothringischen Hüt-ten, da dies die gerechteste Verteilung sei, eine Erzbasis vongleicher Lebensdauer gegeben werde. Der Thyssen-Konzerndagegen hatte schon längere Zeit vorher beantragt, als Käu-fer für die ganzen De Wendelschen Werke zugelassen zuwerden. Im Herbst 1917 hatte er eine Eingabe an das Reichs-amt des Innern gelangen lassen, in oer er anregte, bei derLiquidation dieser Werke lediglich die lothringischen Hüttenals Käufer zu beteiligen und innerhalb der lothringischenHütten die Verteilung im umgekehrten Verhältnis zur Erz-basis der einzelnen Hütten vorzunehmen. Dieiser Vorschlag,der den lothringischen Hütten eine möglichst lange Lebens-dauer sichern sollte, wäre für.den Thyssen-Konzern deshalbvon besonderen Vorteilen gegenüber anderen Werken ge-wesen, weil, wie auch der Zeuge Cemper bestätigt, die Erz-basis seines Hagendincer Werkes äußerst knapp und erheb-lich geringer als die der anderen Werke war. Für dieseEingabe "des Thyssen-Konzerns ist Erzberger nicht ein-