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habe und es liegt für seine Bekundung, daß er seines krach-tens zweifellos dabei zum Ausdruck gebracht habe, er werdeeventuell weitere Schritte in der Reichstagskommission unter-nehmen, nicht der mindeste positive Anhalt vor; im Gegen-teil steht nach den einwandfreien Bekundungen der beidenanderen Zeugen fest, daß er ausdrücklich versichert hak, daßer sein Material zur U-Bootfrage in 'der Kommission nichtvorbringen werde, und diese wichtige Zusage kann ihm betseinem vorzüglichen Gedächtnis, das er im übrigen zeigt, nichtentfallen sein.
Ergebnis der Nachprüfung: Es steht fest, daß Erzbergerin der Besprechung im Reichsamt des Innern die U-Boot-frage erörtert, ein umfangreiches Beroeismakerial vorge-bracht, an der Hand dieses Materials die Einschätzung derWirkungen des Ü-Bootkrieges durch die amtlichen Stellen inZweifel gezogen und schwere Bedenken geäußert hak. Essteht weiterhin fest, Haß Erzberger die Frage Helfferichs, ober die U-Bootfrage im Reichshaushaltsausjchuß zur Sprachebringen wolle, verneint hat. Erzberger behauptet, er habeaußerdem — dem Sinne nach — mitgeteilt, daß er diesesMaterial dem Admiralstab zur Stellungnahme zugeschickthabe, daß er vor weiterem die Antwort des Admiralstabesabwarten werde. Diese Behauptung wird dadurch nicht wi-derlegt, daß die Zeugen Spähn und Lewald sich ihrer nichtmehr erinnern/) Sie steht vielmehr im Einklang mit derTatsache, daß Erzberger zur Zeit der Besprechung sein Ma-terial dem Admiralstab übersandt hatte unid -daß er es erstam 4. Juli 1917 mit einer unbefriedigenden Antwort zurück-erhalten hat.*") Es wäre auffallend, wenn Erzberger >diese
*) Nach dem stenographischen Sitzungsbericht hat Lewald alsZeuge auf die diesbezügliche Frage Erzbergers ausgesagt: Das kannich im Augenblick nicht genau sagen.
Bgl, das als Anlage 5 beigefügte Schreiben des Admiral-stabs.