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Der Prozeß Erzberger-Helfferich : ein Rechtsgutachten / mit einem Begleitwort von Siegfried Löwenstein
Entstehung
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habe und es liegt für seine Bekundung, daß er seines krach-tens zweifellos dabei zum Ausdruck gebracht habe, er werdeeventuell weitere Schritte in der Reichstagskommission unter-nehmen, nicht der mindeste positive Anhalt vor; im Gegen-teil steht nach den einwandfreien Bekundungen der beidenanderen Zeugen fest, daß er ausdrücklich versichert hak, daßer sein Material zur U-Bootfrage in 'der Kommission nichtvorbringen werde, und diese wichtige Zusage kann ihm betseinem vorzüglichen Gedächtnis, das er im übrigen zeigt, nichtentfallen sein.

Ergebnis der Nachprüfung: Es steht fest, daß Erzbergerin der Besprechung im Reichsamt des Innern die U-Boot-frage erörtert, ein umfangreiches Beroeismakerial vorge-bracht, an der Hand dieses Materials die Einschätzung derWirkungen des Ü-Bootkrieges durch die amtlichen Stellen inZweifel gezogen und schwere Bedenken geäußert hak. Essteht weiterhin fest, Haß Erzberger die Frage Helfferichs, ober die U-Bootfrage im Reichshaushaltsausjchuß zur Sprachebringen wolle, verneint hat. Erzberger behauptet, er habeaußerdem dem Sinne nach mitgeteilt, daß er diesesMaterial dem Admiralstab zur Stellungnahme zugeschickthabe, daß er vor weiterem die Antwort des Admiralstabesabwarten werde. Diese Behauptung wird dadurch nicht wi-derlegt, daß die Zeugen Spähn und Lewald sich ihrer nichtmehr erinnern/) Sie steht vielmehr im Einklang mit derTatsache, daß Erzberger zur Zeit der Besprechung sein Ma-terial dem Admiralstab übersandt hatte unid -daß er es erstam 4. Juli 1917 mit einer unbefriedigenden Antwort zurück-erhalten hat.*") Es wäre auffallend, wenn Erzberger >diese

*) Nach dem stenographischen Sitzungsbericht hat Lewald alsZeuge auf die diesbezügliche Frage Erzbergers ausgesagt: Das kannich im Augenblick nicht genau sagen.

Bgl, das als Anlage 5 beigefügte Schreiben des Admiral-stabs.