Druckschrift 
Der Prozeß Erzberger-Helfferich : ein Rechtsgutachten / mit einem Begleitwort von Siegfried Löwenstein
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

der überschwängli'chen Hoffnungen auf die Wirkungen desU-Bootkrieges einig gewesen sei.

Zsk die Aeußerung in diesem Sinne zu verstehen, so istsie nicht unwahr. Denn über die Grundlagen der Friedens-resolut!?»: das Versagen des A-Bootkrieges, die Notwendig-keit, neue Wege zum Frieden zu finden, den Kampf gegendie weikgesteckten Ziele der Alldeutschen , hatte Erzberger vordem Vorstoß wiederholt mit dem Reichskanzler und auchmit Helfferich gesprochen. Roch klarier hat er sich hierüberdem Kolonialminister Staatssekretär Dr. Solf gegenüberausgelassen) diesem hat er den Gedan'kengang der Frie-densresolution: die Abkehr von der Gewaltpolitik undöie Rückkehr zum Standpunkt des 4. August 1914 ausdrück-lich mitgeteilt, sowie eine bevorstehende Demarche gegen dieRegierung Solf meint, es sei von einem Vorstoß gegendie Regierung die Rede gewesen angekündigt. MinisterSolf hat daraus geschlossen, daß ein Vorstoß Erzbergers imHaushaltsausl-'buß wegen des A-Bootkrieges und wegen desEinschlags einer friedensgeneigteren Politik bevorstehe..Es lag nahe, daß Solf oen Reichskanzler oder dessen Stell-Vertreter von dieser wichtigen Mitteilung in Kenntnis setzte;jedenfalls dürfte Erzberger annehmen, daß dies geschehenwerde und daß die Regierungsmitglicder die Möglichkeiteiner parlamentarischen Aktion ins Auge fasfen werden.Solf hat selbst als Zeuge ausgesagt, Erzberger habe gewußt,in welchen Beziehungen er zum Reichskanzler stehe und habevoraussetzen können, daß er Solf dem Reichskanzlersage, was er gehört habe.*)

Bei dieser Sachlage kann vollends nicht behauptet wer-den, daß Erzberger sich bewußt gewesen sei, daß die Behaup-

So. der stenographische Verhandlungsbericht.