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sekretär Solf hat damals Erzberger nicht für einen Gegnerdes Reichskanzlers gehalten.*)
Andererseits ist auffallend, daß Erzberger nach der AK-tion und zwar schon am 7. Zuli und den folgenden TagenAeußerungen in der Richtung getan hat, daß der Reichs-Kanzler entfernt werden müsse, dazwischen aber auch wiederdavon gesprochen hat, daß der Kanzler im Amte bleibenkönne.
In folgenden Fällen hat sich Erzberger für die Beseiti-gung des Kanzlers ausgesprochen:
Erzberger hat, wie Stresemann bezeugt, am Morgendes 7. Zuli auf die Frage des Zeugen Stresemann , ob er denReichskanzler stürzen wolle, erklärt, er wolle ihn beseitigen.Dies könne Stresemann daraus ersehen, daß ihm von Beth-mann am Tage vorher gesagt habe, er habe ihn wie Ziethenaus dem Busch überfallen, und baß ber UnkerstaatssekretärWahnschaffe ihn nicht mehr grüße.
d) Erzberger hat, wie Spähn bezeugt, in einer Frak-tionssitzung am 7. Juli erklärt, der Reichskanzler von Beth-mann müsse beseitigt werben.
<') Erzberger hat bei einer weiteren Besprechung mitStresemann und Oberst Bauer nach dem 7. Juli geäußert, einErfolg der Friebensakkion stehe nicht in Aussicht, wenn vonBethmann bleibe.
<Z) Erzberger hat am 12. Zuli dem Kronprinzen gegenübergeäußert, der Kanzler müsse fort,' da er einen Frieden nichtschließen könne.
Zn folgenden Fällen liegen für die gleiche Zeit Aeuße-rungen Erzbergers vor, die sich gege n die Beseitigung! desReichskanzlers aussprechen:
*) Nach dem Stenograph. Sitzungsbericht über die VernehmungSolfs,