kelbar nach der Resolution am 6. Juli dem Reichskanzler ge-genüber abgegeben hak, daß er ihm mit der Friedensaktioneine tragbare Mehrheit verschaffen wolle, durchaus im Ein-klang mit den Tatsachen. Sie erscheint glaubwürdig und un-terstützt die Behauptung Erzbergers, Haß die Aktion nicht aufdie Beseitigung des Reichskanzlers gezielt habe. Hätte Erz-berger trotz seines der Politik des Reichskanzlers parallellaufenden Borgehens die Beseitigung des Kanzlers beäbsich-tigt, so hätte er diesem Gedanken in seiner Rede sicherlich inirgend einer Form besonderen Ausdruck gegeben. Dies istaber nicht geschehen. Gegen die Annahme Helfferichs, daß dieResolution schon bei ihrer Einbringung gegen den Kanzler ge-richtet gewesen sei, spricht auch überzeugend die Tatsache, daßes sich bei der Friedensresolution nicht um eine nach Inhaltund Richtung von langer Hand vorbereitete und überlegteAktion, sondern um ein Kind der Stunde gehandelt hat, dieauf den von Erzberger längst angekündigten Grundlagen im-pulsw aufgebaut worden ist und daß zur Zeit ihrer Einbring-ung zwischen Erzberger und dem Reichskanzler keinerleiSpannung bestand.
Die Aeußerungen Erzbergers nach der Resolutionsredewidersprechen dieser Feststellung nicht, sie beweisen nur, daßneben die Friedensaktion vom 6. Juli, die der Politikdes Reichskanzlers entsprach, am 7. Juli eine weitere auf dieBeseitigung des Reichskanzlers zielende Aktion getreten ist,bei deren Beginn sich die Beteiligten, vor allem Erzberger zu-nächst noch schwankend und widersprechend geäußert haben,je nachdem Stimmung und Umgebung die für oder wider dieEntfernung sprechenden Gründe in den Bordergrund tretenließen. Dabei hat wohl der Gedanke, der Friedensresolutioneine möglichst breite Grundlage zu geben und ihre praktischenWirkungen für die Folgezeit sicherzustellen, eine entschei-