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Der Prozeß Erzberger-Helfferich : ein Rechtsgutachten / mit einem Begleitwort von Siegfried Löwenstein
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klärte dann auf weitere Frage, eine bestimmte Antwort da-rauf nicht geben zu können, ob vor März 1915 bereits einloses Konsortium bestanden habe, an dem Thyssen und er be-teiligt gewesen seien.") Nach seiner weiteren Bekundung vom19. Verhandlungstag hat August Thyssen in die interne Ge-sellschafk, die seiner Erinnerung nach aus Erzberger selbst,Baldus und Kowastch bestanden habe, kein Geld hinein-gegeben, sondern solches nur für seine eigenen Versuche ver-ausgabt.

Wie der Zeuge Jacob angibt, wurde bereits im Jahre -1912, nachdem zunächst ein von Kowastch auf ErzbergersVeranlassung an Thyssen gemachter Vorschlag einer Gesell-schaftsgründung von diesem abgelehnt worden war, auf eineweitere Anregung Erzbergers, nach einer erneuten Prüfungdurch den damals bei Thyssen tätigen Zeugen, eine lose Stu-diengesellschaft ohne feste Form gegründet; dieser stellteAugust Thyssen im Februar 191Z eine Summe von 15 000 .<lzu Versuchszwecken zur Verfügung, durch die die bisherigenAuslagen der anderen Beteiligten mit ersetzt werden sollten,und die Erzberger annahm. Durch einen Vertrag vom Zuni1914 erhielt Thyssen dann das Recht, das Verfahren auf sei-nen Werken zu benutzen.

Urkeilsgründe: Hiernach haben bereits vor 1913 finan-zielle Beziehungen Erzbergers zu Thyssen, auf die sich natur-gemäß die Frage nach derartigen Beziehungen zur Schwer-industrie vor allem bezog, bestanden und Thyssen hat bereitsvor Gründung der G. m. b. H., in die vorher bestehende Ge-sellschaft Geld hineingesteckt. Die entgegenstehenden Anga-den Erzbergers sind nach den völlig einwandfreien Bekun-

') Nach' dem Stenograph. Sitzungsbericht hat Erzberger am13. Verhandlungstage aus die Frage des Vorsitzenden, ob Thyssenschon ini Herbst 1914 beteiligt gewesen sei, erwidert:nein, da hater sich interessiert und die Versuchsantage geschaffen, die Beteiligungist erst durch die G, m. b. H. von 1915 zustande gekommen" undauf die Bemerkung des Vorsitzenden, daß Thyssen trotzdem schonvorher Geld hineingesteckt haben könne, mit nein geantwortet, dannaber auf die Bemerkung Hslfferichs, daß ihm Thyssen das Gegenteilerzählt habe, gesagt: Ich kann auf diese Frage keine .bestimmteAntwort geben, ich bitte die anderen Zeugen darüber zu vernehmen.Ich kann mich aus den einzelnen Termin nicht festlegen.