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sen Dienst in der Hauptsache zu verrichten. Wie es zusammen-hängt, daß gerade diese beiden Metalle eine so vorzügliche Qua-lifikation an sich besitzen, um den betreffenden Dienst zu erfüllen,können wir heute nicht untersuchen; es gelänge uns vielleichtauch nicht, in die letzten Gründe dieses eigenthümlichen Umstan-des einzudringen, der immer etwas Mysteriöses hat, wie vieleallgemeine Erscheinungen. So scheint es mir heute noch etwasRäthselhaftes, daß die Edelsteine, deren Werth auf reiner Ima-gination beruht, sich gleichmäßig immer als etwas erwiesen haben,dem die Werthschätzung der Menschen in gleich hohem oder zu-nehmendem Grade gesichert ist. Die meisten meiner Leserwerden vielleicht nicht in der Lage sein, falsche Diamantenoder Rubine, wie man sie heutzutage macht, von echten zu unter-scheiden und jedenfalls nicht, sich Rechenschaft zu geben, in wie-weit der Genuß des Anblickes falscher Diamanten sich von dembeim Anblick echter Diamanten unterscheidet; und dennoch istdurch Konsens aller Menschen und aller Zeiten festgestellt, daßdiese Dinge einen unzerstörbaren und unwiderleglichen Werthin sich haben. In gleicher Weise steht auch der innere Werthder sogenannten Edelmetalle thatsächlich fest, so daß wir völligder Mühe überhoben sind, philosophisch zu untersuchen, woraufer beruht. Gold und Silber waren es zu allen Zeiten, die zwarnicht immer gleichmäßig, aber immer neben einander als Geld-werth dienten. Im ganzen präponderirte, sowohl im Alterthumwie im Mittelalter und in den unserem Jahrhundert vorausge-gangenen späteren Zeiten, das Silber bis in die neuere Zeit.Das Verhältniß von Gold zu Silber ist, wie dem Leser wahrschein-lich aus den Blättern, welche das Verhältniß beider Metalle inneuerer Zeit so oft besprochen haben, bekannt ist, ungefähr wielöz zu 1, d. h. 1 Gewichtstheil Gold ist an Werth gleich 15z Ge-
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