Druckschrift 
Zur deutschen Münzgesetzgebung : Vortrag, 1871 im Berliner Handwerkerverein gehalten / von L. Bamberger
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

n

hat, wird dies bei mir anmelden, ich gebe Jedem eine Anweisungauf das, was er braucht, und wenn heute ein Zimmermann Lusthat, ein Haus zu bauen und dafür Kaffee, Brod und andereDinge einzutauschen, so gebe ich ihm eine Anweisung auf einenBäcker, der den Bedarf hat, ein Haus zu bauen :c.; sie werdensich verständigen und das Geld ist gar nicht mehr nöthig.Der angebliche Fortschritt bestand, wie Jeder wohl merkt, einfachin dem Rückschritt, daß wieder hinter die Zeit vor Einführungdes Geldes zurückgegangen wurde. Man erzählt als Illustrationzu dieser ingeniösen Erfindung, daß ein Klempner, der Waarezu verkaufen hatte und dem dafür eine Anweisung aus einenZahnarzt gegeben wurde, bei dem er sich nöthigenfalls mehrereschlechte Zähne ausziehen lassen könnte, in der Ungewißheit, ober einst schlechte Zähne bekommen werde, bei denen er die Lei-stungen des Zahnarztes in Anspruch nehmen könnte, und umseine Anweisung nicht zu verlieren, lieber beschloß, zwei anteZähne sich sofort ausziehen zu lassen. Diese Illustration,wenn sie auch nur eine kleine Anekdote ist, bezeichnet ganz tref-fend die Hohlheit solcher Kombinationen. Wie einerseits dieGeschichte uns zeigt, daß das Geld einen inneren Werth nichtentbehren kann, so wissen wir andererseits auch, daß wir desGeldes überhaupt nicht entbehren können, vermittelst dessen denallgemeinen Preisen gemäß derjenige, der überhaupt ein Bedürf-niß hat, welches er zu befriedigen wünscht, sobald er den Mundaufthut für sein Bedürfniß insoweit sorgen kann, als er mitGeld versehen ist.

Nachdem wir festgestellt haben, daß die Kaufkraft des Gel-des nicht unabhängig ist von seinem inneren Werthe, haben wirgleichfalls aus der Geschichte die Thatsache zu eruiren, daß vonjeher nur zwei edle Metalle sich als geeignet erwiesen haben, die-

(S8Z)