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Zur deutschen Münzgesetzgebung : Vortrag, 1871 im Berliner Handwerkerverein gehalten / von L. Bamberger
Entstehung
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geladene Eisenbahnwagen haben muß; wogegen dieselbe SendungGold nur circa 23 Centner wiegt und entsprechend geringereKosten macht.*) Ein großer Vortheil der Goldmünzen ist auchder, daß die Goldmünzen viel schöner bleiben, sich weniger ab-nützen und sich vollkommener ausprägen. Dies Alles erklärtuns das Phänomen, daß das Gold gegenüber den modernen Be-dürfnissen eine so allmächtige Gewalt hat, und so ist es nichtmehr in Frage zu ziehen und kaum mehr in Frage gestellt, daßdas Gold das Münzmetall der Zukunft ist. Die Bemühungender Pariser Konferenz vom Jahre 1865 waren vergeblich, insofernman eine internationale Münze einzuführen bestrebt war; dieFranzosen sagten einfach: wir wollen ein internationales Münz-system machen; Europa möge unser System annehmen. Dasist sehr bequem. Allein nur die der sogenannten lateinischenMünzkonvention nach Frankreichs Vorgang beigetretenen StaatenItalien, Belgien und die Schweiz adoptirten das Frankensystem;die großen Handelsvölker Amerika, England und namentlich auchDeutschland erklärten nach gewissenhafter Untersuchung, die An-nahme dieser oder einer anderen bestehenden Münze als inter-national sei mit zuviel Schwierigkeiten verbunden. Von deut-scher Seite wurde auch besonders das Bedenken geltend gemacht,daß nicht alle Staaten, so z. B. England und die Staaten derlateinischen Münzkonvention, die Pflicht zur Einlösung der durchdie regelmäßige Abnutzung zu leicht gewordenen Goldmünzenanerkennten. Bereits ehe der französische Krieg ausbrach hattenalle Sachverständigen die Ueberzeugung, daß es ein vergeblichesBemühen sei, nach Erreichung des idealen Zustandes im Münz-wesen, einer Weltmünze zunächst zu streben, bei allem Reiz,

') Prince Smith, Stenographische Berichte, Seite 25->!> unten.

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