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Zur deutschen Münzgesetzgebung : Vortrag, 1871 im Berliner Handwerkerverein gehalten / von L. Bamberger
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wir aber den Preis, zu dem eine Unze Silber auf dem Welt-und Geldmetallmarkte in London ge- und verkauft wurde, sowar derselbe im Jahre 1851, bei einer Produktion von 50 Mil-lionen, 6I/^Peuce per Unze und im Jahre 1867, bei der acht-fachen Produktion, KI^Pence per Unze: also bei der achtfachenGoldproduktion sogar eine Schwankung zum höheren Preise hin!Woraus ist dieses Phänomen zu erklären? Ganz einfach daraus,daß das Gold auch sehr geeignet ist, sich dem Gebrauche in un-seiem modernen Geldverkehr anzupassen, daß es auf einer sehrviel größeren Fläche, als jemals angenommen werden konnte,Eingang fand und auch im größten Maße zur Verwendung kam,und daher auch die Nachfrage nach demselben in noch größeremMaßstabe zuuahm als die Erzeuguug desselben. Die Gründeliegen auf der Hand, weshalb Gold sich soviel mehr dazu eignet,als Geld verwandt zn werden, denn Silber. Der einzige Grundkann schon genügen, daß es soviel mehr werth ist, daßman soviel geringere Gewichtsmengen zu dem gleichen Geldzweckbraucht. Dies ist von Bedeutung sowohl für nns, die wir esin den Taschen tragen müssen, wie in noch höherem Grade fürden Baarverkehr im Welthandel, denn es liegt auf der Hand,daß die Summe, die der jetzige Geldverkehr in Anspruch nimmt,in Gold soviel leichter hin- und hergeworfen werden kann, alsSilber, und damit im Handel und Verkehr große Transportkostenund Schwierigkeiten erspart werden. Im Welthandel ist eineMillion Thaler nicht viel, und da wird es vielleicht nichtuninteressant sein, zu hören, wieviel deren Gewicht in Silberund wieviel es in Gold beträgt. Hat man die im Weltverkehrum mäßige Summe von einer Million Thaler zu versenden, sohat man ein Gewicht von 36V Centner Silber, oder mit Ver-packung etwa 400 Ctr., zu dessen Fortbewegung man drei Voll-es)