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Zur deutschen Münzgesetzgebung : Vortrag, 1871 im Berliner Handwerkerverein gehalten / von L. Bamberger
Entstehung
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Zahlungen ankauft. Tritt aber der Fall ein, daß ein Land mehrkauft, als es an andere Theile der Welt verkauft, so daß es alsokeine genügenden Kompensirmittel hat, so muß es zu dem äu-ßersten Mittel greifen, daß es nämlich in Geld bezahlt resp.Barreu dorthin schickt. Eine Folge dessen ist, daß das Geld indem betreffenden Lande rar wird, der Zinsfuß steigt, die Preisefallen, und erst nach und nach, wenn die Preise wieder soweitgewichen sind, daß auch fremde Länder wieder von demselbenkaufen können, stellt sich allmählich das alte Niveau zum Aus-land wieder her. Ich habe dies nur angedeutet, um zu zeigen,wie die Kursverhältnisfe zu Gunsten Deutschlands stehen, unddaß an Geldexport nach fremden Ländern unsererseits nicht ge-dacht werden kann, denn wir haben das Geld nicht nur vonFrankreich zu bekommen, sondern auch von den dritten Nationen,die sich leihweise an der Schuld Frankreichs an uns betheiligen,und wir werden sobald nicht in die Lage kommen, Metall nachdem Auslande zu schicken.

Dieser Umstand erleichtert uns die Einführung des neuenMünzsystems. Bisher bestand immer die Besorgniß, daß, wennwir Gold als Münze einführten, wir stets fürchten müßten, sehrbald dies ins Ausland wandern zu sehen. Das Moment nun,daß durch die Zahlung der Kriegsentschädigung die Wechsel undKursverhältnisse bedeutend modifizirt nicht, daß wir durch dieKontribution bereichert sind, denn ein großer Theil derselbenwird für die Armeebedürfnisse angewiesen werden müssen, und,die indirekten Opfer einbegriffen, hat der Krieg uus wohl mehrals die 5 Milliarden gekostet macht es Deutschland so bedeu-tend leichter, zu einer guten Münzreform vorzuschreiten. Die innächster Zeit auszuprägenden Münzen werden zuvörderst dieZehn-Mark-Stücke gleich 3^ Thaler und die Zwanzig-Mark-Stückegleich 6z. Thaler sein. Was die Prägung betrifft, so wissen wir

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