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Welthandel wird nur zum geringen Theile durch Baarzahlungercvermittelt; keine Summe der vorhandenen Edelmetalle würdegenügen, um die außerordentlichen Massen von Natural- undIndustrie-Produkten, welche unter den verschiedenen Ländern undErdtheilen zugleich ausgetauscht werden, baar zu bezahlen. DieAusgleichung geschieht so, daß sämmtliche Länder der Welt aufden verschiedensten Kreuz- und Umwegen mit einander kompen-siren: es findet im Großen statt, was im Kleinen im sogenann-ten L!IsÄrillA-Iiou8s in London stattfindet. Die englischen Ban-kiers haben in den Geschäften die Erleichterung eingeführt, daßim Laufe des Tages keiner den anderen bezahlt, sondern über dieetwaige Forderung an den Berechtigten eine schriftliche Anweisungausstellt. Am Abend kommen die Bankiers oder deren Clerkszusammen im (AsarillA-bonss und tauschen die Checks aus, Aeine Anweisung auf B, C eine solche auf D ?c., und so findetsich, daß von 100,000 L Schulden und Forderungen vielleicht99,000 L sich ausgleichen, ohne daß man den Geldbeutel zu öff-nen braucht. Ganz so geschieht es durch Wechsel im Weltverkehr.Eine Forderung für in ein anderes Land gelieferte Waare wirddadurch besorgt, daß der Verkäufer einen Wechsel auf den aus-ländischen Empfänger ausstellt, den dieser zu zahlen hat; dieWechsel werden dann unter einander kompensirt, ge- und ver-kauft, und so bilden die Wechsel eigentlich die Hauptsubstanz derAustauschmittel, das Geld des großen Weltverkehrs — baareAusgleichungen sucht der Handel in der Regel zu vermeiden.Ist nun das Verhältniß zwischen zwei Ländern so, daß sie voneinander nahezu gleichviel kaufen, so werden sich die Forderun-gen im Laufe bestimmter Fristen ausgleichen, und der Wechsel-kurs steht dann so, daß man nicht die Kosten daran setzen kann,das wirkliche Metallgeld in das andere Land zu schicken, sondernweil es wohlfeiler ist, Papier per Post zu schicken, dieses für
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