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behrlich, dass es aber doch die Aufgabe unserer Nationwie aller Nationen sei, dahin zu streben, dass imEinverständniss mit den andern Grossstaaten der Ge-danke einer Entwaffnung nicht als eine leere Träumereivon der Hand gewiesen bleibe. Dies war es hauptsäch-lich, was beinahe allen meinen Gesinnungsgenossen inmeinem Projekt auffiel. Sie müssen daraus nichtschliessen, dass etwa unter den Liberalen in Berlin mehr Kriegslust herrsche als bei uns, oder dass die-selben vor der Staatsgewalt einen friedliebenden Ge-danken auszusprechen sich scheuen. Der Unterschiedzwischen der Ideenfolge des Nordens und der unsrigenberuht nur darin, dass man hier dem gegenwärtigenFrieden viel weniger traut als anderwärts. Man be-trachtet unsre Nachbarn mit sehr misstrauischen Augenund ohne der Masse des französischen Volkes Unrechtthun zu wollen, glaubt man es in den Händen einerRegierung, vor deren Kriegsgelüsten man sich wenigersichern könne, indem man sich mit ihr in poetischeFriedensstudien einlasse, als indem man ihr eine grimmigeWiderstandsfähigkeit und Wiederstandsentschlossenheitzeige. Da man nun in höher hinaufsteigenden Regi-onen auch viele Personen findet, welche diese Ueber-zeugung theilen, so fürchteten unsere Freunde fürunpolitische, Zeit und Umstände misskennende Menschengehalten zu werden und damit sich weiteren Einfluss