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ten Woche unseres Zusammenseins hatten wirklichetwas vom fünften Akt einer dramatischen Compositionan sich. Es gereicht ja dem Lehen nicht zur Unehre,wenn es einmal von selbst sich zu einem Kunstgefügegestaltet, so wenig als einer Gegend, wenn sie gleich-wie vom Pinsel eines geschickten Malers erfunden vorunser Auge tritt. Also dürfen wir getrost uns dessenfreuen, dass, ehe der Vorhang zwischen den thätigenund den zuschauenden Theilnehmern dieser grossenStaatsaction niederfiel, die Eäthsel, die Stürme, diePeinlichkeiten alle, so man gemeinsam durchlebt, wieläuternde Prüfungen im Hintergründe sichtbar wurden,während auf dem vordersten Plan sämmtliche Mitwir-kende, hoch und niedrig, von rechts und links, har-monisch gruppirt im wohlgeordneten Halbkreis sichzusammenschlossen, beschienen vom Lichte einer hoff-nungsreichen Zukunft. Dadurch kam es, dass manauseinanderging mit dem Gefühl, Gutes und Böses, wieimmer es sich durchkreuzt habe, sei schliesslich dochdem frommen Zweck des grossen dauernden Ganzendienlich gewesen; und solch ein Ende oder Abschnittist immer das Höchste und Beste, was Leben oderKunst zu geben haben. Solch ein Gang der Dingehat vor Allem das Erbauende, dass er zeigt: es liegtdem Streben, um dass es sich handelt, ein gesundes,gerechtes, starkes Wollen zu Grunde, welches auch