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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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herzlich gute, aber politisch höchst zweideutige Freundmir zurief:In ein Zollparlament sich wählen lassen?pfui um das armselige Wesen: ja wenn es ein wirk-liches Parlament wäre, ä la bonne heure! drum wartedoch bis ein solches an die Reihe kommt. Woraufdann ich, dem wohlmeinenden Freund stark die Handdrückend:Dank bester Bruder Demokrat, für Eurenliebevollen Rath, bin mir aber leider nicht zu gut fürdies schlechte Zollpaiiament, weil ich eben denke: kanndie deutsche Nation es sich einstweilen auf Abschlaggefallen lassen, so mag meine Herrlichkeit auch damitfürlieb nehmen, und somit Gott befohlen bis auf Wie-dersehen nach der ersten Periode. Und richtig,wie ich heimwärts kam, fand ich manche dieser wohl-meinenden Nasen um ein beträchtliches länger gewor-den. Denn wer zuletzt lacht, lacht am besten, undder Schluss des Zollparlaments entsprach dem Gedan-ken, den Sie, m. H.! und alle patriotischen Wähler indasselbe hineingelegt hatten. Es war eine feierlicheBekräftigung der höheren Sendung, die es zu erfüllenhat, und wenn je auf eine Schöpfung, so ist auf diesedas Dichterwort anwendbar:

Alles Vergängliche

Ist nur ein Gleichniss.

In diese und ähnliche Gedanken eingesponnen, sassich in der Eisenbahn und fuhr von Hamburg aus durch