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Nation verschafft zu bähen, ist ein Verdienst der jüng-sten Ereignisse. Denn hier wie überall steht das „Kennedich selbst“ an der Pforte aller Lebensweisheit. Gleich-zeitig aber ist ein beträchtlicher Gewinn erworben inder Erkenntniss, dass der Drang nach der politischenGestaltung- unseres Landes in Zukunft nicht ablassenwird, seine Sache auch rechtkräftiger Weise vor dereinzigen höchsten Instanz zu verfechten, die wir bislangbesitzen, nämlish vor der Gesammtvertretung der Nationim Zollparlament. Mit welchem Widerstreben Einergekommen, mit welchem Vorbehalt er gegangen sei,nimmer entzog er sich dem schliesslichen Eindruck: dasszum Tlieil wenigstens auf diesem, der Zusammenkunftdes ganzen Volks geweihten, Boden der Geisteskampfum das Geschick des Vaterlandes wird ausgefoehten wer-den. An den Schranken dieses hohen Gerichts muss dennauch — dies hat eine kurze Erfahrung schon gezeigt— jener platte und grobe Ton verstummen, mit demsich breit zu machen in einem lokalbeschränkten Wir-kungskreis so leicht wird. Ein besserer, edlerer, wür-diger Geist wird Von dem neugewonnenen Mittelpunktüber das gesainmte Land ausströmen, Volk und Führerzu grösserer Betrachtung grosser Angelegenheiten er-ziehen. So lange die Ereignisse langsam dahinfliessen,wird die Thätigkeit des neuen parlamentarischen Organsnur Bescheidenes leisten; kommen gewaltige Zeiten,