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„beigeben sollt Ihr lernen!“ Mit meiner ^eignen Münzebezahlt zu werden, das lasse ich mir gar gerne gefallen.Nur das bitte ich nicht zu vergessen, jegliche Münzehat ihre zwei Seiten und nun will ich Ihnen sagen,was auf der andern Seite der meinigen steht. Dasjüngste Mal sprach ich Ihnen von den Erbfehlern derOppositionen. Es war mein naheliegender und festerVorsatz, fortzufahren mit den Erbfehlern der Regieren-den. Ich hätte es damals mit voller Gewissheit schonthun können. Wer den Mann und die Verhältnisse nureinigermassen kennt, wusste mit Bestimmtheit: WennGraf Bismarck einmal seinen Kopf aufgesetzt hat, istjede Hoffnung verloren, sich mit ihm zu verständigen.Allein ich dachte: wozu prophezeien? In zehn Tagenist das Ganze abgesponnen; da werden die Ereignissegesprochen haben, und — wer weiss! — vielleicht trifft wie-der einmal in der Welt ein, was Niemand glaubenwollte, vielleicht dennoch ist nicht alle Hoffnung ver-loren — warten wir’s ab, ehe wir das Kapitel über dieErbfehler der Regierenden schreiben. Nun ist es na-türlich doch gekommen, wie es kommen musste,und die Regierenden haben gezeigt, dass sie noch tieferin der üblen Gewohnheit schlechter Vergangenheit stecken,als die Oppositionsleute. Wenn ich sage „die Regie-renden“, so meine ich diesmal, und aus guten Gründen,ganz allein den Herrn Bundeskanzler. Regieren heisst