Druckschrift 
Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

92

so klugem Kopfe noch heute aus. Und das Schlimmstedabei ist, dass er einmal mit den Kammern Recht be-halten, dass er obsiegte und sie unterlagen, dass dieWeltgeschichte, die Nation es besiegelte, er sich undAndern sagt: ich war der Kluge, Ihr wart die Thörich-ten. Ob er damit unbedingt Recht habe, ist ja wasanderes. Dass er in seinem Sinn es sich sagen darf,steht fest. Nun ist aber nichts gefährlicher, als wennJemand glaubt, der Fall, der ihm einmal Recht gege-ben, wiederhole sich in alle Ewigkeit, während dochbeinahe niemals zwei Fälle sich gleichen, und der heu-tige am allerwenigsten dem einstmaligen gleicht.Wenneinmal ein kluger Mann eine Thorheit begeht, wirdsie dreifach thöricht, pflegten unsere Alten zu sagen.Ein verkehrteres Verfahren, als das mit dem Petroleumund dem Tarif wäre schwer zu erfinden gewesen. Pro-fessor Ewald und der Kurfürst von Hessenjfhätten denGrafen Bismarck dafür bezahlt, dass er die Sachen soanpacke, er hätte sie nicht besser bedienen können.Schauen wir uns die Dinge einmal an! Voriges Jahrzum ersten Mal hatte der Bundeskanzler gesprochen:Keine Petroleumsteuer, kein Tarif! Wollt Ihr mir den Profitnicht geben, geb ich Euch die Verbesserung in EuremHaushalt nicht! Zweimal wurde abgestimmt, zweimalsagte das Parlament Nein, mit überwältigender Majorität:Nein! Ein Mann, der dächte, die Parlamente sind da, um