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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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es schon wider die Natur, eine so ansehnliche Volksvertre-tung auf ganz wenige aus der Gesammt-Staatsthätigkeitherausgerissene Materien anweisen zu wollen, so ist esgeradezu unmöglich, dass, so eingeschränkt, dieseInstitution für die Ausgleichung ihrer Wirkungen auf dasGesannnt-Gebiet der Staatseinnahmen im engen Kreiseihrer Zuständigkeit aufkomme; und als wenn diese An-forderung nicht schon masslos genug wäre, wird nunschliesslich noch von jener verlangt, sie solle über ihreeigene Zusständigkeit und Sphäre hinaus für anderwärtsherrührende Staatsbedürfnisse Sorge tragen! ErlaubenSie, dass ich, ohne in Wiederholung zu verfallen, dochdie drei Stufen dieser Unzulässigkeit. in drei Sätzenniederlege. Das Zollparlament bildet ja nun einmaleinen interessanten Abschnitt und Uebergangsprocess inunserer nationalen Entwickelung, und es ist nicht verlo-rene Mühe dass wir deutlich in sein Gefüge hineinschauen,so lange wir es eben noch vor Augen haben.

Erster Satz: Die Rechte des Zollparlaments sindzu klein.

Zweiter Satz: Die Pflichten des Zollparlamentssind zu gross.

Dritter Satz: Trotzdem soll es noch über seinePflicht hinaus leisten.

Der erste Satz ist oft ausgeführt worden. Zunächst

welch ein grobes Missverhältniss zwischen Anstrengung

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