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und Erfolg! Niemals ist verschwenderischer umge-gangen worden mit der Kraft und Zeit eines Volkes.Ich spreche nicht vom Norden, der für Reichstag undZollparlament zugleich wählt. Aber denken Sie anunsern Süden! Acht Millionen Menschen werdenherausgefordert, mit dem ganzen Aufgebot des allge-meinen Stimmrechts zu marschiren. Welch’ ein Auf-ruhr, welch’ ein Verbrauch von Gedanken, Zungen,Kehlen, Händen, Füssen , von Leidenschaften und Pflicht-gefühl ! Welch’ eine Entfesselung von Lebensgeisternaller Art, von Hass und von Liebe, von Glaube, vonUrtheil und Vorurtheil! Religion, Politik, Ehrgeiz,Intriguen pflügen und wühlen den Boden jedes Wahlbe-zirks klaftertief monatelang um und um; nebst den1,700,000 Wählern sind deren Weiber und Kinder mitin die Wirbel hineingerissen. Und nun endlich ist dergrosse Sturm vorüber, die Schlacht geschlagen; nunstehen sie da, die um so grossen Preis Erwählten, dieQuintessenz der Bevölkerung, die aus dieser langen,tiefen, wilden Gährung gewonnenen Vertreter stehenfertig da. Und was ist ihr Beruf? Dreimal zweiWochen über einige Zölle zu berathen! Ist das nichtlächerlich? Diese Anstalt, behaupte ich, beginnt beiihrer Geburt mit der Verläugnung ihres eigensten Prin-zips. Sie soll vernunftgemässe Wirthschaft einführenund sie hebt an mit der unvernünftigsten Verschleu-